Durch Kampf zum Frieden. 689
Der Pfalzgraf war in der Lage geweſen, dem uneinigem, in ſich zerriſſenem Städtebunde ſeine Bedingungen diktieren zu können.
Wohl nicht ohne fein Zutun!) war der Bund von vielen Seiten gewarnt worden, daß die Städte, wenn das Bündnis nicht zuſtande käme, einen„Landskrieg, Überzug und Beſchädigung leiden und haben müßten.“) Wie eine Gnade des Pfalz grafen erſchien faſt der Abſchluß des Bündniſſes; er erklärte, daß er es nur in der Abſicht eingehe,„gemeinen Landskrieg zu wenden“. Solche Selbſtloſigkeit, die ſie bei einem Fürſten wenig gewohnt waren, mochte die Städteboten erſchrecken.
Indeß bald zeigte ihnen der Pfalzgraf ſeine letzten Ziele. Er erklärte in den Verhandlungen, daß er einen großen Bund zuſammen zu bringen gedächte, in dem außer ihnen der römiſche König, die Herzöge Albrecht von Bayern⸗München, Ludwig von Bayern⸗Landshut, Herzog Stephan von Zweibrücken⸗Veldenz und ſein Sohn, die Biſchöfe von Köln , Trier , Würzburg , Bamberg , Regensburg , Worms , Speyer , und die freien Reichsſtädte der Vogtei Elſaß eintreten ſollten.“)
Außer dem römiſchen König, deſſen Beitritt wohl nur in Ausſicht genommen war, um die reichstreuen Städte nicht ſtutzig zu machen, waren alle weltlichen Fürſten, deren Eintritt in den Bund vorbehalten wurde, Wittelsbacher .
Den im letzten Jahrhundert ſo gewaltig gewachſenen Einfluß des Hauſes Hohenzollern wenigſtens im Süden des Reiches zu brechen und dort die Vormachtſtellung des Hauſes Wittelsbach feſt zu gründen, das war die Abſicht des Pfalzgrafen .
Allein ein Bündnis der Herzöge von München und Landshut mit den Biſchöfen von Bamberg , Würzburg und den
1) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1451, I, 12. Hätten die Städte, ſo erklärten die pfalzgräfiſchen Räte nach des Pfalzgrafen Ludwig Begehr, das Bündnis mit ihm auf 10 Jahre abgeſchloſſen, ſo wäre der Städtekrieg vermieden worden.
2) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten, 1451, I, 14, I, 12.
3) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XXII, S. 40—42.