Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
692
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692 Durch Kampf zum Frieden.

Vermittlungsanerbieten des Herzogs bis zur Rückkehr Gregor Heimburgs.

Der Kluge riet wohl, den mächtigen Nachbarn durch eine Weigerung nicht zu erzürnen; er ſelbſt und Hans Koler ſuchten den Herzog auf und unterrichteten ihn eingehend über die Sach­lage; dann nahmen fie im Namen des Rates mit höflichen Worten ſeine Vermittlung an.

Hocherfreut ſchrieb der Herzog dem Markgrafen, er glaube, daß der Rat von Nürnberg ſeine Vermittlung in dem Streite gern ſehen würde; Albrecht möchte ihm Ort und Zeit mitteilen, die ihm für eine Zuſammenkunft mit den Nürnber­gern genehm wären.)

Seit dem Friedenstage von Bamberg hatte keine Stadt mehr eine ſo glänzende Verſammlung in ihren Mauern ge­ſehen, als das kleine Städtchen Lauf, wohin Herzog Ludwig die feindlichen Parteien entboten hatte.

Nürnberg hatte Dr. Gregor Heimburg, Dr. Martin Mair,) Hans Koler, Konrad Baumgartner, Jörg Derrer und Werner von Parsberg geſandt. Der Biſchof von Würzburg hatte Burkhardt Truchſeß und Eberhard von Wolfskeel zu ihrem Beiſtande abgeordnet. Die Städtevereinigung war ver­treten durch die Bürgermeiſter Andreas Frickinger von Augs­ burg , Hans Ehinger aus Ulm, Hans Einkürn aus Nördlingen , Wilhelm Beheim aus Rothenburg , Puchelberger aus Dinkels­ bühl , Zettler aus Windsheim , Jordan aus Weißenburg ; Kon­rad von Heideck war in eigener Sache erſchienen. Mit vielen Räten waren die Markgrafen Albrecht und Johann, Herzog Otto von Bayern⸗Mosbach und der Biſchof von Eichſtätt nach Lauf gekommen.

Die Städte hatten ihre beſten Männer nach Lauf geſandt, um dem Stolze des jungen Herzogs zu ſchmeicheln, aber Nürn­

) Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog 1904, Nr. 159.

?) Mair Hatte im November 1451 den Doktorgrad erworben, vgl. Schrötter, Dr. Martin Mair, S. 23, Anm. 3.