Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
709
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E 21.

Durch Kampf zum Frieden. 709

zwiſchen den beiden Städten zu vermitteln; immer gereizter wurde zwiſchen ihnen die Stimmung. Schon vor Ablauf des Bündniſſes ſcheute ſich der Bürgermeiſter Augsburgs Hein­rich Langenmantel nicht, einem Rat Albrechts offen zu erklären, daß Augsburg Nürnberg nur bis zu dem Tage Beiſtand leiſten würde bis zu welchen ihr Bündnis ſie dazu verpflichtete.

In der Tat gelang es dem eifrigen Mühen, dem heißen Werben Ulms nicht, eine Verlängerung des Städtebündniſſes durchzuſetzen. Denn wie Augsburg dachte gar manche andere Bundesſtadt.

Eßlingen vor allem beſchwerte ſich bitter, daß man ihm bei den Abrechnungen die Hauptlaſt des gemeinſam ausge­fochtenen Krieges aufbürden wollte.) Von dem Bündniſſe, daß alle größeren ſchwäbiſchen Reichsſtädte mit dem Pfalz­ grafen damals abſchloſſen, hielt es ſich ebenſo wie Augsburg und wie die fränkiſchen Städte fern.)

Geradezu feindſelig geſtaltete ſich das Verhältnis Rott­weils und Schaffhauſens zu dem Städtebunde, der ſich unter nichtigen Vorwänden weigerte, ſeinen Anteil an dem Schaden­erſatz zu tragen, zu dem Rottweil und Schaffhauſen für Zerſtörung einiger Schlöſſer während des Krieges vom Pfalz­ grafen verurteilt worden waren).

Außerordentlich unangenehm mußte es für Nürnberg ſein, daß der Städtebund Rottweil und Schaffhauſen den Rat gab, gegen das Urteil des Pfalzgrafen , den doch die Boten des Bundes in Bamberg ſelbſt zum Schiedsrichter in dem Streite beſtimmt hatten, an den Kaiſer zu appellieren.) Wie ſollte die Stadt Vertragstreue von dem Markgrafen fordern, wenn

) Stälin, Württembergiſche Geſch., III, S. 489.

2) Qu. u. Erörtg. z. bayr. Geſch., II, S. 280.

) Eichmann , Der Städtekrieg von 14491450, beſonders die Fehde Herzog Albrechts von Oſterreich uſw., S. 24 ff. v. Langen, Beiträge zur Geſch. Rottweils, S. 220222.