716 Durch Kampf zum Frieden.
um die Vormundſchaft des Königs Ladislaw entſchieden war; er wich dem Zwange.
Am 11. Dezember begannen die gerichtlichen Verhandlungen. Zur Rechten des Kaiſers ſaßen als Beiſitzer die Herzöge Albrecht von Oeſterreich, Ludwig von Landshut, Otto von Mosbach, Wilhelm von Sachſen, Johann von Brieg, Vlotko von Teſchen,) Markgraf Karl von Baden und die mit Fürſtenrecht ausgeſtatteten Grafen Wilhelm von Henneberg und Michael Burggraf von Magdeburg; zur Linken des Kaiſers ſaßen der Kardinal Cuſa und die Biſchöfe von Siena, Eichſtätt und Regensburg.
Ohne ſich„anzudingen“, führte Dr. Knorr im Auftrage ſeines Herren aus, daß nach dem Wortlaute des Bamberger Friedensprotokolles ſein Herr als Fürſt des Reiches vor des Kaiſers Gericht hätte vorgeladen werden müſſen; da dies bis
1) Die Namen der Beiſitzer nach den Unterſchriften des Urteils, Franklin, Albrecht Achilles und die Nürnberger, S. 61—68 und dem Berichte der Nürnberger Boten. Nürnberger Kr.⸗A., Relationenband 484, S. 370—398. Das Urteil unterſchreibt von den ſchleſiſchen Herzögen nur Herzog Johann von Brieg, da der andere Herzog vor der Urteilsverkündigung abgereiſt war. Aeneas Silvius, Hiſt. Frid. Kollar, S. 434. Auch Aeneas erwähnt den Namen dieſes Herzogs nicht. Die Nürnberger nennen die Herzöge Flotko und N. von Schleſien. Es handelt ſich alſo um Herzog Vlotko von Groß⸗Glogau und Teſchen, den„Poltzko“ Thomas Ebendorfers(Chron. ed. Pribram III, Ergänzungsband für öſterr. Geſch.⸗Forſchung, S. 145.) Das ungünſtige Urteil, das Aeneas über den Geiſteszuſtand dieſes Herzogs fällt, hat wohl zum Teil ſeinen Grund in der Rivalität, die ſich zwiſchen ihm und dem Herzog während der Romreiſe des Kaiſers entwickelt hatte. Aeneas Silvius Hiſt. Frid. Kollar, S. 268. Das Original des Gerichtsurteils, das Franklin verloren glaubte, liegt Bamberger Kr.⸗A., S. 1, K. 1. L. 3, Fasc. 3. Von allen Beiſitzern hatte nur Graf Michael von Hardegg, Burggraf von Magdeburg, juriſtiſche Kenntniſſe. Er war Hof“ richter König Friedrichs und wurde ſpäter an das Kammergericht übernommen. Tomaſcheck, Höchſte Gerichtsbarkeit des deutſchen Königs, Sitzungsberichte der k. Akademie Wien, 49, S. 568 und 594.