Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
718
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718 Durch Kampf zum Frieden.

ein Nebenzimmer zu folgen, um ſich dort mit ihm über die Schritte zu beraten, die er zunächſt ergreifen ſollte.

Nur der Kardinal Cuſa, deſſen ſtarren Rechtlichkeitsſinn Menſchenfurcht nicht beugen konnte, wagte ihm die Ungerech­tigkeit ſeines Verlangens vorzuhalten. Seine Worte mögen umſo ſchärfer geklungen haben, da Albrecht ihn durch den Aus­ſchluß von den Wiener Verhandlungen erzürnt hatte.

Mit harten Scheltworten erwiderte Albrecht dem Kardi­nal. Auch den Biſchof von Siena, Aeneas Silvius, und ſogar ſeinen alten Bündner, den Biſchof von Eichſtätt fuhr er un­wirſch an, als fie zum Frieden rieten.)

Um Papſt und Kaiſer, die feiner Dienſte vergäßen, ſchrie er, kümmere er ſich nicht.

Das war keine leere Drohung. Man wußte an Hofe, daß der Markgraf bereit war, ſich offen mit den aufſtändiſchen Oeſterreichern gegen den Kaiſer zu verbinden, wenn man ſich ſeinem Willen nicht beugte. Schon vor einem Jahre hatte Eizinger, dem die Markgrafen im November 1449 mit allen

öſterreichiſchen Beſitzungen ihres Hauſes belehnt hatten,?) auf dem Wiener Landtage offen verkündet, daß ſein alter Bündner Markgraf Albrecht mit ſeinem Freunde Herzog Ludwig von Landshut gewillt wären, ihm gegen den Kaiſer beizuſtehen.)

1) Aeneas Silvius, Hiſt. Frid. Kollar, 416417.

2) K. B. Reichsarch., Saal. 18, K. 2, L. 3, Nr. 103.

3) Aeneas Silvius, Hiſt. Frid. Kollar, S. 209, 210, 342, 353 bis 354. Gerade damals weigerten ſich die Markgrafen, gegen jeden Ge­brauch in ihrer Erbverbrüderung mit den Herzögen von Sachſen Kaiſer und Papſt ausnehmen zu laſſen. Kurfürſt Friedrich von Sachſen ließ ſich deshalb in einer eigenen Urkunde beſtätigen, daß die Markgrafen ſeine Hilfe gegen den Kaiſer nicht in Anſpruch nehmen würden. Riedel, Cod. dipl. II, 4, S. 457. Nicht weil kurz vor der Belagerung Neu­ſtadts Albrecht und die Herzöge Ludwig von Landshut und Albrecht von München Boten zum Kaiſer geſandt hatten, die ihre Vermittlung anbieten ſollten(vgl. Janſſen, Frankfurts Reichskorreſp. II, S. 122 und Aeneas Silvius, Hiſt. Frid. Kollar, S. 353354) waren fie als Schiedsrichter erwählt worden. Die Geſandten Albrechts und der