Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
719
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Durch Kampf zum Frieden. 719

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Die Politik der Burggrafen von Nürnberg war im Prinzipe kaiſerlich; aber ſie wußte ſehr wohl Ausnahmen zu machen,

Herzöge von Bayern waren bereits abgereiſt und in Wien angelangt, als der Sturm auf Neuſtadt begann. Triumphierend meldet ihnen Eizinger dorthin feinen Erfolg mit dem dringenden Erſuchen, auf ihn in Wien zu warten, da er ſie vor ihrer Rückreiſe unbedingt zu ſprechen wünſchte.Wann wir je unſer Seiten halben die Sachen von unſern Herrn von Bairn und Brandenburg nicht ſetzen und zu ihren Gnaden ſunder Troſt und Hoffnung haben.(K. B. Reichsarch., Fürſtenſachen, Tom X, S. 49538.)

Nicht der Kaiſer, ſondern die aufſtändiſchen Oſterreicher haben als Vermittler Albrecht und Herzog Ludwig vorgeſchlagen.Wiſſen wir niemand anders füglicher zu benennen und zu ſetzen, denn unſern gnä­digen Herrn von Bayern und Brandenburg, ſo ſchreibt Eizinger wäh­rend der Verhandlungen.(Chmel, Beitr. z. Geſch. König Ladislaw des Nachgeboren, Sitzungsberichte der k. k. Akademie XXV, S. 174.)

Auch daß Podiebrad, der anfänglich willens ſchien, dem Kaiſer zu helfen, mit der Erfüllung ſeines Verſprechens zögerte, kann Alb­rechts und Herzog Ludwigs Werk geweſen ſein.In einer Geheim hatte Podiebrad im Juli Albrecht durch Jobſt von Einſiedel fragen laſſen,wie er ſich mit feinen Freunden zu des Kaiſers Bitten halten ſolle, damit es nicht wieder E. G. die Fürſten hie außen were auf das, das nicht eins wider das andere wäre und Schaden brächte, und wie Ihr Euch im Reiche gegen den Kaiſer haltet.(Nürnberger Kr.⸗A., Ans­bacher Kriegsakten, Fasc. II, S. 121/, Prod. 24). Ueber die geſpannten Beziehungen Kurfürſt Friedrichs von Brandenburg in dieſen Jahren zu König Friedrich vgl. Kotelmann, Geſch. d. älter. Erwerbungen der Hohenzollern in der Niederlauſitz, S. 2629 u. S. 34. Für die Parteiſtellung Albrechts gibt es aber noch einen direkten Beweis; er ſelbſt ſchreibt, er habe ſich gegen Herzog Ludwig,anſtatt und von wegen ſeiner ſelbſt und ſeiner Brüder als von König Ladislaw wegen ſämtlich erboten, wollte Herzog Ludwig nach desſelben König Ladis­laws Erledigung vom Kaiſer als ſein nächſter Freund ſtehen(K. Ladis­laws), daß ſie ihm darin Hilf und Beiſtand tun wollten nach allem ihrem Vermögen, wiewohl das wider ihren rechten Herrn wär.(K. B. Reichsarchiv, Neuenburger Kop. XII. S. 328). Kluckhohn, Ludwig der Reiche, S. 67, Anm. 4) weiſt bereits auf dieſe Stelle hin. Er be­merkt dazu, daß von derartigen Abſichten Ludwigs niemals etwas bekannt geworden wäre. Das iſt, wie gezeigt, nicht richtig. Ludwig hatte ein natürliches Intereſſe, daß Ladislaw, der Sohn ſeines Onkels, König