Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
720
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720 Durch Kampf zum Frieden.

wenn ein Kaiſer geleiſtete Dienſte vergaß oder nicht angemeſſen belohnte. Das hatte Albrechts Vater dem Kaiſer Sigmund bewieſen, wie Albrecht es jetzt Kaiſer Friedrich fühlen ließ.

Der Kaiſer ließ ſich einſchüchtern; noch in ſpäter Abend­ſtunde beſchied er die Nürnberger Boten zu ſich und erzählte ihnenmit welch ungeſtümen Worten ihn der Markgraf an­gefahren hätte. Wohl würde dem Markgrafen ſein Betragen einmal vergolten werden, aber in dieſer ſchlimmen Zeit müßte er ſeine ganze Hoffnung darauf ſetzen, daß die Stadt ſich zu einer gütlichen Einigung bereit finden ließe.)

Es war vergebliche Mühe, wenn die Nürnberger dem Kaiſer vorſtellten, daß er ſeinen Gegnern Furcht einflößen

Albrecht, aus der Vormundſchaft Kaiſer Friedrichs entlaſſen würde, während deren Dauer für ihn keine Vorteile aus dieſer Verwandtſchaft zu erhoffen waren. Herzog Ludwig hat auch Ladislaw und die öſter­reichiſchen Aufſtändiſchen mit Geld unterſtützt(Bayer. Hiſt. Frid. des Aeneas Silvius, S. 161162). Außerdem hatte gerade damals Her­zog Ludwig mit dem Kaiſer Händel, weil dieſer die Beſtätigung der Wahl Ulrich Nußdorfers zum Biſchof von Paſſau verweigerte.(Aeneas Silvius Hiſt. Frid. Kollar 408.) Der Kaiſer beharrte um ſo energiſcher auf ſeiner Weigerung, als dieſer Schützling Herzog Ludwigs ſich gleich­falls mit den aufſtändiſchen Oſterreichern verbündet hatte.(Chmel, Habsburgiſche Exkurſe, Sitzungsgerichte der kaiſ. Akademie, Phil. Hiſt. Klaſſe, XVIII, S. 99, Lunig, Cod. germ. dipl. II, S. 559562, Chmel, Archiv, f. öſterr. Geſch. I, 5, S. 24.) Es findet ſich ferner im K. B. Reichsarchiv, Tom. Priv. II, S. 245b ein Vertrag Herzog Alb­rechts von Oſterreich mit Herzog Ludwig(7. Juli 1451), in dem ſich Herzog Albrecht verpflichtet, mit König Friedrich nicht eher Frieden zu ſchließen, bis dieſer die unbilligen Aufſchläge, Zölle und Mauten abgeſtellt hätte, durch die Herzog Ludwigs Untertanen beſchwert wür­den. Gregor Heimburg hat 1453 behauptet, daß Herzog Ludwig die Erlangung der Königskrone in Erwägung gezogen, darauf aber ver­zichtet hätte; daß er aber ernſthaft im Sinne gehabt habe, das Arelat und Luxemburg wieder an das Haus Bayern zu bringen und dem Könige Ladislaw ſeine Rechte auf dieſe Beſitzungen abzukaufen. Kob­lenzer St.⸗A., Kurtrier, Aktenarchiv, Perſonalien der Erzbiſchöfe Nr. 5, Bl. 152.

1) Nürnberger Kr.⸗A., Relationenband 484, S. 370392.

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