Durch Kampf zum Frieden. 721
würde, wenn er unerſchrocken dem Rechte zum Siege verhelfen würde.
Wie ſtets, wich der Kaiſer aus; bis in die dritte Morgenſtunde ſuchten die kaiſerlichen Räte und die Nürnberger Boten einen Weg, der zur Einigung führen konnte.
Umſonſt wartete Albrecht in einer Nebenſtube auf das Ergebnis.,
Am nächſten Tage ließ der Kaiſer„in Stille“ die Nürnberger Boten wieder zu ſich bitten, und ſchlug ihnen vor, dem Markgrafen 30 000 Gulden bar und eine jährliche Leibrente von 3000 Gulden zu bewilligen, ſowie die 1400 Gulden Leibrenten, die die Markgrafen Nürnbergern ſchuldig wären, abzutragen. Bei dem Artikel über die Zölle, der allein noch ſtrittig wäre, ſollte alles gehalten werden, wie es der Spruch Herzog Friedrichs vorſchiebe; den Markgrafen ſollten jedoch neue Zölle, die ihnen durch Erbfall, Heirat oder Kauf zufielen, vorbehalten bleiben. Wünſchten die Nürnberger dieſen Vorbehalt nicht in dem Vertrage aufgenommen, ſo ſollten ſie Albrecht darüber einen eigenen Revers— eine Tröſtung— ausſtellen. Wären ſie auch damit nicht einverſtanden, ſo mochten ſie dieſen Artikel ſeiner Entſcheidung überlaſſen, ſonſt aber den Vertrag wie vorgeſchlagen abſchließen.
Darauf erwiderten die Nürnberger: Ihre Vorfahren hätten ſich den Spruch Herzog Friedrichs gefallen laſſen, um ein für alle Male von weiteren Beſchwerungen durch die Burggrafen befreit zu fein. Auf die Einhaltung dieſes Spruches zu beſtehen, wäre für die Stadt ein Gebot der Selbſterhaltung, da von dem Ertrage des ihr gehörigen Grund und Bodens ihre Einwohner nicht ernährt werden könnten und zu zahlreiche Zölle auf den Zufahrtſtraßen die notwendigen Lebensmittel in der Stadt allzu ſehr verteuern würden.
Stellten ſie nun in dieſer Sache dem Marggrafen eine „Tröſtung“ aus, dann hätten ſie hinfort ſtatt einer klaren Entſcheidung eine„trübe zweifelhafte Sache“.
Markgraf Albrecht Achilles I. 8