Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
724
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794 Durch Kampf zum Frieden.

chung möglicherweiſe Einſpruch erheben. Sollten dabei Worte fallen, die ihn verletzen würden, möchte der Kaiſer ihnen des­halb nicht ungnädig ſein.

Mit ſolchen trotzigen Worten verabſchiedeten ſie ſich.

Aber die Nacht brachte beſſeren Rat.

Mochte die Entſcheidung ſelbſt auf ungerechte Weiſe zu­ſtande gekommen ſein, wurde ſie in des Kaiſers Namen ver­kündet, ſo war ſie für die Stadt bindend.

Immer noch beſſer, als daß ein Urteil dem Markgrafen die Gerechtigkeit ſeiner Forderungen und den Beſitz ſeiner Er­oberungen beſtätigte, war ihm beides abzukaufen.

Nach neuerlichen Verhandlungen mit den kaiſerlichen Räten, begaben ſich Muffel und Derrer zum Kaiſer; ſie erklär­ten ihm, ſie wollten die Verantwortung auf ſich nehmen und dem Markgrafen auch ohne daß er in die Dienſte der Stadt träte, 8000 Gulden bar und 3000 Gulden jährliche Leibrente verſprechen, ſowie den Abtrag der Leibrenten, die die Mark­grafen Bürgern der Stadt zu zahlen hätten.)

Der Kardinal Cuſa, der bei der Audienz zugegen war, fragte die beiden Ratsherren, ob er ſich nicht der Stadt für weitere 22 000 Gulden mächtigen dürfte, auf deren Auszah­lung der Markgraf nun einmal beſtände.

Die Ratsherren baten den Kardinal dringend das nicht zu tun.

Noch am gleichen Abend trat der Gerichtshof wieder zuſammen; nur der Kardinal Cuſa hatte ſich geweigert, bei der Komödie, in der der Beklagte ſeine Richter tyranniſierte, mit­zuwirken.

1) Die anſcheinend ſich widerſprechenden Angaben des Aeneas Silvius, der Markgraf habe eine Geldentſchädigung gefordert, die Nürnberger aber keine geben wollen und ſpäter die Nürnberger hätten zwar eine Entſchädigung zahlen wollen, aber nicht in der von Albrecht verlangten Höhe, finden durch dieſe Verhandlung ihre Erklärung.