Durch Kampf zum Frieden. 727
Beſchämt und mit rotem Kopfe verließ Riederer den Verhandlungsſaal.
Der Kaiſer wagte nicht ſeinen Rat, der doch nur in ſeinem Auftrage gehandelt hatte, gegen ſolche rohe Gewalttat in Schutz zu nehmen.
Wie ein Beſeſſener ſchien der Markgraf dem feinen Italiener, der uns von dieſem Auftritte berichtet. Wie wenig kannte er Albrecht. Sein Jähzorn war die Folge einer blitzſchnellen Ueberlegung. Die Hofjuriſten, die ſeinem Gegner holder als ihm waren, ſollten mundtot gemacht werden. Bei einer Gerichtsverhandlung, wie er ſie vorbereitet hatte, konnten Männer, die die Geſetze und den Gebrauch der Rechtsſprechung kannten, nur ſtören.
Das Spiel nahm nach dem kleinen Extempore ſeinen Fortgang.
Der Kaiſer verkündete den„einhelliglichen“ Beſchluß der Fürſten, der den Nürnbergern aufgab, ſich gleichfalls bei dem Gerichte„anzudingen“.
Die Nürnberger fügten ſich, doch gaben ſie zu Protokoll, daß fie damit nicht einen Verzicht auf die früheren Gerichtsbeſchlüſſe anerkannt haben wollten.
Am nächſten Morgen hielt Dr. Knorr ſeine alte Rede, die er ſchon ſo oft mit kleinen Abänderungen hergeſagt hatte.
Er fügte hinzu, daß ſein Herr von den Nürnbergern bisher ſein Recht nicht hätte erlangen können, da die Nürnberger ohne auf ſeine fürſtlichen Rechte zu achten, gegen ihn vorgingen. Das wäre um ſo mehr zu verurteilen, da die Nürnberger in der Bamberger Richtung ſich ausdrücklich verpflichtet hätten:„Recht zu nehmen und zu geben, als Recht iſt“. Nach
Szene nach der großen Rede Heimburgs, da er aber den Verhandlungsgegenſtand, die Anweſenheit Riederers, das rückſichtsloſe Betragen der Fürſten gegen den Kaiſer, die ſpäte Abendſtunde, ebenſo angibt, wie der Nürnberger Bericht, ſo liegt wohl bei Erzählung der Reihenfolge der Ereigniſſe ein Gedächtnisirrtum vor.