Durch Kampf zum Frieden. 737
Geſchickt verſtärkte der Biſchof von Siena, Aeneas Silvius, der Albrecht des rückſichtsloſen Abbruches der Wiener Verhandlungen halber zürnte, den Eindruck von Heimburgs Rede.
Mit ihm weigerten ſich die Biſchöfe von Eichſtätt und Regensburg in dieſer Sache Recht zu ſprechen, ſelbſt Albrechts Schwager, Markgraf Karl von Baden, und ſein beſter Freund, Herzog Wilhelm von Sachſen, erklärten ſich für parteiiſch.“)
Auch Herzog Albrecht von Oeſterreich war unentſchloſſen. Nur die beiden Herzöge von Bayern, die Herzöge von Schleſien und die beiden Grafen verlaſen im Beratungszimmer gefällig das Urteil, das Albrecht jedem ſeiner Richter der größeren Bequemlichkeit halber gleich ausgefertigt übergeben hatte. Dieſes Urteil verwarf den gegen den Gerichtshof gerichteten Ablehnungsantrag der Nürnberger, weil Heimburg, bevor über dieſen Antrag entſchieden worden war, vor dem Gerichte bereits in der Prozeßſache ſelbſt plädiert hätte. Dem markgräflichen Antrage auf Ungültigkeitserklärung der ihm übermittelten Vorladung, wurde dagegen ſtattgegeben.
Da ſich aber faſt die Hälfte der Richter entſchieden weigerte, dieſes Urteil zu unterſchreiben, verſuchte der Kaiſer noch einmal in Güte die Nürnberger zur Nachgiebigkeit zu bewegen.
Er forderte die Ratsherren Muffel und Derrer zu ſich und bat ſie, ihm ihr Herz ganz zu öffnen.
Er erſuchte ſie, dem Markgrafen 3000 Gulden Leibrente und 20 000 Gulden bar ſowie den Abtrag der von ihm an Nürnberger Bürger zu zahlenden Leibrenten zu bewilligen. Die Ratsherren erklärten aber dem Kaiſer, daß ſie mit ihrem früheren Angebote bereits weit über die Grenzen ihrer Vollmacht hinausgegangen wären.
——
1) Aeneas Silvius gibt die Parteikonſtellation im Gerichtshofe durchaus richtig an; nur die Stellungnahme Herzog Wilhelms übergeht er. Der Kaiſer ſagt den Nürnberger Boten: daß die Geiſtlichen 1 ſitzen, Herzog Wilhelm und der von Baden nicht ſprechen wollten.
rnberger Kr.⸗A., Relationenband 484, S. 370898.
Markgraf Albrecht Achilles 1 7