742 Durch Kampf zum Frieden.
Aber der Kaiſer war der ſchier endloſen Verhandlungen herzlich müde, er ließ Heimburg durch zwei Räte bitten, ſich doch lieber dieſe Verteidigung für den nächſten Rechtstag aufſparen zu wollen.
Als jedoch der unermüdliche Albrecht laut erklärte, daß er gleich jetzt des Gegners Einwände gern vernehmen würde, „ſchwieg jedermann und hatte Geduld“..
Darauf führte Heimburg aus, daß der Vorwurf Albrechts ſeine Nürnberger Lehensleute wären meineidig geworden, durchaus ungerechtfertigt wäre; der Markgraf habe der ganzen Gemeinde abgeſagt und in ſeinem Fehdebriefe keinen einzigen Bürger ausgenommen, damit hätte er ſeine Nürnberger Lehensleute ihrer Pflicht entbunden.
Meine aber Albrecht, daß ſich die Abſage auf ſeine Lehensleute nicht bezogen habe, ſo hätte er eben ohne Abſage ſeine Lehensleute während des Krieges auf ſchwerſte geſchädigt und hätte dadurch nach dem Geſetze jeden Anſpruch auf die Lehen verwirkt.
Das wären Spitzfindigkeiten erwiderte Albrecht.
Es wäre unbeſtreitbar, daß er 14 Tage vor Anſage der Fehde alle ſeine Lehensleute aufgefordert hätte, ſich auf ihre Lehen zu begeben und dort ſeinen Befehlen zu harren.
„Das wollte er zugeben“, entgegnete Heimburg,„aber mancher Ratsherr der Stadt hätte von mehreren Fürſten Lehen, die ihm im gleichem Sinne geſchrieben hätten: daß ein Mann aber gleichzeitig auf verſchiedenen Lehen ſich aufhalte,) das könnte kein Kaiſer und kein Kurfürſt und kein Markgra befehlen, weil es eben unmöglich wäre. Zudem handele es ſich bei den markgräflichen Lehen meiſt um Kraut und Baumgärten oder Melonenfelder, auf denen überhaupt niemand wohnen könnte.“
1) Nürnberger Kr.⸗A., Relationenband 484, S. 370-398. 2)„Alle ſeine Lehen beſitze“.