Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
745
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Durch Kampf zum Frieden. 745

Parteien nicht ſtören laſſen. Auch in Wien ſetzte er feine Tätigkeit unter ſeinen Freunden Frieden zu ſtiften, fort, ſo verglich er und Herzog Ludwig am 18. Januar König Ladislaw mit den Herzog Johann von Brieg.

Außer den kaiſerlichen Räten, deren Eifer wohl ein wenig unbequem war, hatte Albrecht nur treue und gleichgeſinnte Freunde in Wien,) die zu dem die Leitung aller Geſchäfte gern ſeiner größeren Gewandtheit überließen.

Nach Neuſtadt war es nicht weit und jeder Beſuch beim Kaiſer, der ſo ganz auf ſeinen guten Willen angewieſen war, brachte erheblichen Gewinn.

Albrecht ſetzte trotz des Proteſtes der Nürnberger Boten durch, daß der Wortlaut des in ſeinem Prozeſſe ergangenen und von allen Richtern unterzeichneten Verſchiebungsbeſchluſſes zu ſeinen Gunſten geändert wurde.)

Am 17. Januar übertrug der Kaiſer auf Albrechts Bitte) die Entſcheidung des ganzen Prozeſſes dem Herzog Ludwig von Landshut und dem kaiſerlichen Kammermeiſter Hans Ungnad.)

Er gab Beiden Vollmacht entweder einzeln oder gemein­ſam zu verſuchen eine gütliche Einigung zwiſchen den Parteien herbeizuführen. Gelänge das nicht, ſollte jeder der beiden Beauftragten berechtigt ſein, eine Entſcheidung zu fällen; nach 9 Reg. der hiſt. Kommiſſion München. Ein Tag zur endgültigen Beilegung der Streitigkeiten wurde für den 1. August nach Breslau verabredet. Die Vermittler verſprachen auch dorthin zu kommen.

2) Herzog Wilhelm von Sachſen, Herzog Ludwig von Landshut, Herzog Otto von Mosbach, Ulrich Eizinger.

3) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XXIII, S. 141143.

*) Nürnberger Kr.⸗A., Relationenband, 484, S. 405.

5) Bamberger Kr.⸗A., Märkers Katalog 1904, Nr. 165. Es iſt bezeichnend, daß Aeneas Silvius lieber dieſe ganze Kommiſſion ver­98 5 als daß er von der ſeinem Nebenbuhler widerfahrenen Ehre

ichtet.;