746 Durch Kampf zum Frieden.
ihrem Belieben ſollten ſie, falls es nötig wäre, dieſe Vollmacht ausdehnen dürfen.
Bei Androhung ſeiner ſchweren Ungnade befahl der Kaiſer beiden Parteien ſich jedem Spruche ſeiner Beauftragten zu fügen.
Die Nürnberger konnten nach dieſem Vorgehen des Kaiſers ihre letzten Hoffnungen die ſie auf ihn geſetzt hatten, begraben. Das feierlich von ſeinen Beauftragten ihnen in Bamberg gegebene Verſprechen, das den Kaiſer verpflichtete, den Streit ſelbſt zu entſcheiden, brach Friedrich ſchmählich.
Albrecht konnte mit dem Erreichten zufrieden ſein.
Freilich Hans Ungnad war kein deutſcher Reichsfürſt. Aber Albrecht war in wichtigen Dingen weder ſtolz noch eigenſinnig. Ueber den Mangel der Geburt ſah er willig bei ſeinen Richtern hinweg, wenn ſie nur ſeine guten Freunde waren.
Eine Woche ließ Albrecht verſtreichen, dann verlangte er vom Kaiſer einen neuen Gnadenbeweis.
Am 24. Januar beſtätigte der Kaiſer noch einmal!) allen Markgrafen von Brandenburg Beſitz, Rechte und Freiheiten ihres Hauſes.
Alle Teilungen und Abtretungen, die die Markgrafen bereits vorgenommen hatten und in Zukunft e würden, erklärte er feierlich für gültig.
Alle Gnaden und Freiheiten, die er oder einer ſeiner Vorfahren Fürſten, Städten oder Edlen bewilligt hätten, widerrief er, ſofern ſie gegen„Freiheiten, Gerechtigkeiten, Landgerichte und Herkommen“ der Markgrafen verſtießen.
Allen Untertanen des Reiches gebot der Kaiſer die Markgrafen in keiner Weiſe an der Ausübung ihrer Rechte zu hindern.“)
) Die erſte Beſtätigung, 18. Juni 1442, Riedel, Cod. dipl. II. 4, S. 271274.
2) Riedel, Cod. dipl., II, 4, S. 478480. Auch ein Mandat des Kaiſers an Frankfurt ſetzte Albrecht am gleichen Tage durch, das