Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
748
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748 Durch Kampf zum Frieden.

Mit Sehnſucht hatten die Nürnberger Boten auf ſeine Abreiſe gewartet. Ueberall hatten ſie in den letzten Monaten des Markgrafen geſchickte Hand gegen ſich im Spiele gefühlt, Die Grafen von Oettingen hatten vom Kaiſer eine Vorladung peremptorie an Nürnberg und alle mit ihm verbündeten Städte erlangt. Innerhalb 45 Tagen ſollten die Städte ſich vor dem kaiſerlichem Gerichte für alle Beſchädigungen verant­worten, die ſie während des Krieges den Grafen zugefügt hatten. Die Verkündung eines Verſäumnisurteils wurde ihnen angedroht, wenn ſie der Ladung nicht Folge leiſten würden.

Die Nürnberger Boten mochten hoffen, beim Kaiſer wieder willigeres Gehör zu finden, wenn der ungeſtüme Dränger ſich vom Hofe entfernt hatte.

Durch die von ihren Nachbarn verfügte Lebensmittel: ſperre war Nürnbergs Lage immer unbehaglicher geworden.)

Dringend hatte der Rat ſeine Boten aufgefordert,

Verbotsbriefe mit Androhung ſtrenger Strafen gegen dieſe Beläſtigungen zu erwirken. Daß man an den Kaiſer ein ſolches Anſinnen nicht ſtellen durfte, ſolange Albrecht in Oeſterreich war,{ah der Rat ſelbſt ein;) aber zu ihrem Schrecken mußten die Nürnberger Boten erfahren, daß ſich der Kaiſer auch nach der Abreiſe Albrechts durch keinerlei Handlung von neuem der Markgrafen Groll zuzuziehen gedachte. Auch gegen die Ueber­

Ladislaw die vom Kaiſer verſetzten Schlöſſer ſelbſt auslöſen uſw. Im ganzen jedoch iſt der Vergleich, den Herzog Albrecht von Oſterreich am 26. März 1453 zwiſchen ſeinem Bruder und Ladislaw zuſtande brachte, im Sinne des Ultimatums, das Ladislaw im Februar geſtellt hatte. Vgl. Huber, Geſch. v. Sſterreich, III, S. 91.

1) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1453, Nr. 7, die am 23. Dezember 1453 verfügte Ladung wurde erſt am 4. Juli 1453 dem Rat übergeben.

2) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher, XXIII, S. 103.

3) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XXIII, S. 138137.