Durch Kampf zum Frieden. 749
griffe des Nürnberger Landgerichtes konnten ſie unter dieſen Umſtänden keine Verbotsbriefe erwirken.
Man beſchloß damals auf der Tagesſatzung, ſich gegen die Urteile dieſes Landgerichtes„mit Appellationen zu behelfen, angeſehen das diesmals nicht wohl anders dazu zu tun iſt, bis die Leuff beſſer für uns Stett erſcheinen“.)
Erbittert traten die Nürnberger Boten die Heimreiſe an;) doch ſchon an Hſterreichs Grenze traf fie neue, ſchlimme Kunde.) Der Rat forderte fie auf, bei der Heimreiſe das Gebiet Herzog Ludwigs von Landshut zu meiden. Der feierlich vom Kaiſer erwählte Schiedsrichter hatte nämlich wenige Wochen nach ſeiner Heimkehr Nürnberg das Geleit aufgeſagt an einem Tage alle Nürnberger Bürger in ſeinem Lande verhaften und ihre Güter mit Beſchlag belegen laſſen.
Herzog Ludwig hatte dieſe Verfügung im Intereſſe der Witwe des Nürnberger Bürgers Hans Arzt getroffen, die ſich nach Landshut geflüchtet hatte, um ſein Eingreifen in ihren
Rechtsſtreit mit dem Augsburger Kaſpar Nagel zu erwirken.“) „Seinem Freunde zu gefallen“ ſchrieb natürlich Albrecht gleichfalls der Stadt das Geleit ab.“) Noch vor wenigen Jahren hätte ſich ſicherlich der Rat ſolche Gewalttat nicht ruhig gefallen laſſen.
Das Nürnberger Reichsgericht hatte die Streitſache trotz des Proteſtes des Augsburger Rates vor ſein Forum gezogen;
1) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1453, Nr. 44.
2) Die Stimmung des Rates beweiſt am beſten ein Brief an Dr. Mair und Derrer mit dem Auftrage, den angekündigten Beſuch des Kaiſers in Nürnberg nach Möglichkeit zu hintertreiben. Schrötter, Dr. Martin Mair, S. 32.
3) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XXIII, S. 189. 9) Städte⸗Chr. X. S. 197, Anm. 2, vgl. oben S. 708. 5) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher, XXIII, S. 193194.