Durch Kampf zum Frieden. 753
lung über die Höhe der Entſchädigung Dr. Heimburg und Dr. Til.
Herzog Ludwig bat die Beiden, die Feſtſetzung der Summe ſeiner Entſcheidung zu überlaſſen.
Vorſichtigerweiſe fragte Heimburg, wie ſein Spruch lauten würde.
Im Höchſtfalle würde er dem Markgrafen 3000 Gulden jährliche Leibrente, Abtrag der 1500 Gulden Leibrente, die die Markgrafen Nürnberger Bürgern zu zahlen hätten, ſowie 15—20 000 Gulden zuſprechen. Jedoch wolle er verſuchen, von dieſer Summe noch etwas abzuhandeln.
Die Nürnberger, die die„Ungnade“ des Herzogs bitter genug gefühlt hatten, wollten ſie durch eine in ihrem Falle ja zweckloſe Weigerung nicht von neuem auf ſich ziehen und überließen ihm auf dieſes Verſprechen hin die Feſtſetzung der Entſchädigung.“)
Wenige Stunden ſpäter ließ der Herzog die beiden Doktoren nochmals rufen und erklärte ihnen, der Markgraf wäre mit 20 000 Gulden bar unter keinen Umſtänden zufrieden, er verlange mindeſtens 25 000 Gulden.
Selbſt wenn er ſich je 1 Gulden Leibrente für 10 Gulden rechne, ſo erhielte er bei Barzahlung von 20 000 Gulden nur 65 000 Gulden. 70 000 Gulden müßte er aber unter allen Umſtänden für die Herausgabe der Eroberungen verlangen.
Vergeblich ſuchten die Nürnberger zu feilſchen. Sie ſchlugen vor, der Markgraf ſollte die verfallenen Leibrenten
1)„Die Sühne hat ſich gar abenteuerlich gemacht,“ berichtet ein Trieriſcher Geſandter dem Erzbiſchofe. Herzog Ludwig hätte ſich eines Nürnberger Bürgers angenommen,„den von Nürnberg gar groß Gut bekümmert in ſeinem Lande dadurch dann die von Nürnberg als gedrungen zu ſolcher Süne kommen ſin beide mit dem Marggraven und dem Bürger“. Koblentzer, St.⸗A., Kurtrier, Aktenarchiv, Perſonalien der Erzbiſchöfe, Nr. 5, Bl. 152.
Markgraf Albrecht Achilles l. 48