756 Durch Kampf zum Frieden.
nicht, da der Markgraf ihm die Summe bereits ſchuldig war; er erhielt ſie nur drei Monate ſpäter zurückgezahlt.
Am 27. April verlas Ludwig als kaiſerlicher Bevollmächtigter die Spruchbriefe; zwei ordneten die Entſchädigung, die Nürnberg dem Markgrafen zu zahlen hatte!), der dritte enthielt den Friedensvertrag.“
Nürnberg ſollte das Blutgericht über den Goſtenhof behalten und der Markgraf die Lehenſchaft über dieſen Hof dem Rat abtreten.
Das Schutzrecht über die Nürnberger Klöſter St. Egidien, St. Katharina, St. Klara ſollte dem Rate fernerhin nicht mehr beſtritten werden.
Jagd und Holzungsrechte in den Nürnberger Wäldern ſollten nur nach den Sprüchen Kaiſer Ludwigs und Kaiſer Karls ſowie nach dem Verkaufsvertrage Kurfürſt Friedrichs“) ausgeübt werden.
Der Ausſpruch Herzog Friedrichs vom 30. Auguſt 1386
ſollte für die markgräflichen Zölle und Geleitsrechte, die die
1) Nürnberger Kr.⸗A., S. III, R. 76/1 r, Nr. 46, Hod.
2) v. Weech, Hiſtor. Darſtell. uſw., Städte⸗Chr. II, S. 414.
3) Gegen die Erwähnung dieſes Vertrages hatten ſich die Nürnberger bis zuletzt gewehrt. Der Wald lag gerade zwiſchen den geographiſch getrennten burggräflichen Beſitzungen dem Ober⸗ und Niederlande. Als Kurfürſt Friedrich im Jahre 1427 ſeine Forſtnutzungsrechte verkaufte, hatte er ſich„ſeine Herrlichkeit“ über den Wald vorbehalten(Minutoli, Kurfürſt Friedrich I, S. 288, 291294). Da in den oben genannten Sprüchen der beiden Kaiſer die„Herrlichkeit“ der Burggrafen über den Wald aber nicht erwähnt wurde, ſo beſtritten ſie die Nürnberger.„In Nürnberg war man der Meinung, daß eine ſolche markgräfliche Herrlichkeit nie beſtanden hätte, daß vielmehr die Gewalt, welche die Gemeinde ſchon im ganzen XIV. Jahrhundert zum Schutze ihrer Sonderintereſſen im Walde und im Goſtenhofe ausgeübt hatte, nichts anderes geweſen wäre, als ein Ausfluß landesherrlicher Obrigkeit.“ Vgl. Sander, a. a. O., S. 13. Dieſer Anſpruch der Markgrafen blieb auch in den folgenden Jahrhunderten eine Quelle beſtändigen Haders.