Durch Kampf zum Frieden. 759
Mit 200 Reitern zog Herzog Ludwig in Nürnberg ein und wurde dort mit großen Ehren empfangen; hatte er doch wie der Rat dem Pfalzgrafen ſchrieb„ſolch hohen Fleiß und Ernſt bewieſen“, um den Frieden in Güte zuſtande zu bringen.“)
Alle Verträge ſiegelte der Rat, nur die Herausgabe der markgräflichen Paniere weigerte er. An dieſem äußeren Zeichen hielt er feſt: Kinder und Kindeskinder ſollten wiſſen, daß der Markgraf ſeinen Sieg nicht in der Feldſchlacht gewonnen, ſondern nur im Verhandlungsſaale und im Kampfe der Nadelſtiche erfochten hatte.
Albrecht war Sieger geblieben.
In dem gewaltigen Ringen zwiſchen Prinzipalität und Demokratie war unzweifelhaft ein großer Sieg erfochten worden;) freilich kein durchaus entſcheidender, keiner, der den einen Gegner auf Gnade und Ungnade des Anderen niederwarf— nur Schlachten bringen ſolche Siege.\
Aber für immer war der große Bund der 32 Städte zerriſſen; nie wieder reichten ſich Schwabens und Frankens Reichsſtädte die Bruderhand zum gemeinſamen Kampfe gegen die Fürſten.
Gefährlicher wie das Kriegsjahr wurden die ihm folgenden Friedensjahre für den Beſtand des Bundes.
Zuerſt freilich hatte die Begeiſterung über ihre bewieſene Standhaftigkeit in den Städten noch nachgewirkt.
Mancher Plan, wie man den Gegnern in Zukunft noch energiſcher Widerſtand leiſten, wie man die kleinen Reichsſtädte,
1) Nürnberger Kr.⸗A., Briefbücher XXIII, S. 210211.
2) Es iſt kein Zufall, daß Lamprecht, Deutſche Geſchichte, obgleich er den Ausgang des Kampfes, wie alle anderen, Hiſtoriker beurteilt und meint, daß die Städte den Angriff der Fürſten ſiegreich überdauert hätten(IV, S. 457), er dennoch ſpäter bei ſeinen geldwirtſchaftlichen Unterſuchungen zu dem Satze kommt:„Erſt ſeit der Mitte des XV. Jahrhunderts etwa war das übergewicht der Territorien über die Städte entſchieden.“(V, S. 4.)