760 Durch Kampf zum Frieden.
die ſich ſo wacker gehalten hatten, unterſtützen könnte, wurde kurz nach Beendigung des Krieges auf den Tagsſatzungen erwogen.
Schon vor Beginn des Krieges hatten alle großen Bundesſtädte Wörth Hilfe zugeſagt. Das Städtchen litt noch immer unter den Nachwirkungen der Erpreſſungen ſeines früheren Pfandhalters des Ingolſtädter Herzogs Ludwig.)
Der Bund hatte ſchon damals nicht helfen können. Es fanden ſich immer Städte,„die mit ſich ſelbſt und ihren Schulden zu viel zu tun hatten, als daß fie jemand über ihre Verpflichtung hinaus zur Hilfe kommen konnten.“
Andere Städte aber wollten nur den Bedrängten beiſtehen, wenn alle Bundesſtädte ohne Ausnahme ſich zur Hilfeleiſtung verpflichteten.) Vergebens ſtellte damals Wörth der Tagſatzung vor, daß ſie die einzige Donaubrücke zwiſchen Ulm und Regensburg beſäße, und daß der Bund, wenn ſie ſich nicht mehr halten könnte, dem neuen Beſitzer willig ein jährliches Dienſtgehalt geben würde, mit dem er jetzt ſie aus aller Not befreien könnte.?) Kaum vor dem offenen Bankrott wurde damals Wörth bewahrt.“)
Mit neuem Eifer wurde nach Beendigung des Krieges eine gemeinſame Hilfeleiſtung des ganzen Bundes für Wörth beraten.“) Jetzt aber erklärten mehrere andere kleine Städte,
1) Vgl. zu den Händeln Wörths und Ludwigs des Älteren, Lunig Par. Sp. Cont. IV, 1, S. 405 ff. Königsdorfer, Geſch. des Kloſters zum hl. Kreuz in Donauwörth, S. 161 ff. Genaueres über Leiden und Opfer der Stadt vgl. ſpäter zum Jahre 1458.
2) Nördlinger St. ⸗A., Städtebundakten 1449, Nr. 260.
3) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1448, I, 4. |) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1451, Nr. 11. Es wurde ihm erlaubt, drei Jahre lang die Bundesſteuer von Hall und Ulm einzunehmen, dagegen mußte es ſich eine ſtete Kontrolle ſeiner Verwaltung durch den Bund gefallen laſſen.
5) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1451, Nr. 11 und 15.