762 Durch Kampf zum Frieden.
Straßburg, Baſel, Hagenau, Colmar, Schlettſtadt, Konſtanz, Ueberlingen, Lindau, St. Gallen, Burchhorn und Zürich zu einer Beſprechung nach Lindau einzuladen.“)
Die Einladungen wurden aber nicht abgeſandt, da die Tagſatzung ſich über die wichtige Frage nicht einigen konnte, ob nur Abgeordnete des Bundes in Lindau die Verhandlungen führen oder ob jede Bundesſtadt dort vertreten ſein ſollte.
Die Zwietracht erhob im Bunde ihr Haupt.
Eines Strohhalmes Breite verfochten die klugen Ratsherren, wenn ihre Ehre vermeintlich auf dem Spiele ſtand, oder wenn es galt, den geliebten Stadtſäckel zu ſchützen.
Damals war die vereinigte Macht der Reichsſtädte wohl noch ſtärker als die der Fürſten im Reiche, ſchon weil ihre Mittel bedeutender, ihr Finanzweſen geordneter, ihr Kredit größer war.
Aber Freundſchaft und verwandtſchaftliche Liebe war unter den Fürſten doch manches Mal ſtärker als Mißgunſt und Neid. So konnte es einer gewaltigen Perſönlichkeit wohl gelingen, ſcheinbar widerſtreitende Intereſſen zuſammenzufaſſen, Zank und Hader zum Schweigen zu bringen und alle für eine gemeinſame Aufgabe zu begeiſtern. 0
Es war großes erreicht, wenn auch nur auf kurze Zeit die Fürſtlichkeit und der Adel des Reiches erkennen lernte, daß ihrer aller Sache, die Sache eines Einzelnen ſein konnte.
Auch auf den Städteverſammlungen freilich wurde immer und immer wieder die„gemeinſame Sache“ betont, und zur gemeinſamen Abwehr gegen die ihr drohenden Gefahren aufgerufen. Aber das Letzte gab jede Stadt nur her, Gut und Blut opferte ſie doch nur dann willig, wenn der Feind vor ihren eigenen Mauern ſtand.
Schon während des Krieges hatten die Nördlinger ge
) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1452, Nr. 52. Abſchied vom Dezember 1451.