Durch Kampf zum Frieden. 763
klagt,„daß es den Städten übel ergangen wäre, weil etliche Städte ihren Nutzen und Vorteil in den Sachen zu viel geſucht hätten.“)
Aber hatten die Städte ſelbſt im Kampfe notdürftig zuſammengeſtanden, nach dem Frieden zerſtörte kleinlicher Krämergeiſt die Freundſchaft, die ſoeben durch die Waffenbrüderſchaft gefeſtigt war. Die Herren in den Ratsſtuben waren allzu gute Rechner. Es ging wider ihr kaufmänniſches Gewiſſen, daß von einer gemeinſamen Unternehmung eine Bundesſtadt einen größeren Vorteil haben ſollte als die Vaterſtadt, und da eine gerechte Verteilung nicht immer möglich war, ſo feilſchte man eben um Gulden und Heller. Wohl empfand man, daß dieſe kleinlichen, gehäſſigen Zänkereien den Städten„ſchädlich, unehrlich und unwerlich wären“,) aber jede Stadt meinte, nur die Gegnerin müßte die Folgerung aus dieſer Ueberzeugung ziehen.
Nach dem Städtekriege im XIV. Jahrhundert konnten ſich die Bündner über die Verteilung der Kriegskoſten nicht einigen; faſt nach jedem gemeinſamen Zuge gegen ein Raubſchloß im XV. Jahrhundert gab es Händel bei der Verteilung der Beute, dazu kamen die kleinlichſten Eiferſüchteleien.
Obgleich Konſtanz unter den Übergriffen der Hegauer Ritterſchaft am meiſten zu leiden hatte, ſchloß es im Jahre 1441 ſich dem Zug gegen die Raubgeſellen nicht an, weil es ſeine Truppen nicht unter einem Ueberlinger Hauptmann ſtellen wollte.“)
Der Zug gelang, die
Feſten der Raubritter wurden gebrochen; aber in den Bundesſtädten herrſchte Mißſtimmung
) Pfiſter, Geſch. v. Schwaben, V, S. 102. 2) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1451, I, 1. 3) Fürſtenbergiſches Urkd. Buch VI, S. 230.