Durch Kampf zum Frieden. 767
Die Städte, die gegen den Antrag geſtimmt hatten, dachten nicht daran, dieſe Bedingung zu erfüllen, ſie waren des Glaubens, ihren Willen tatſächlich doch durchgeſetzt zu haben.
Als aber die Kriegslage ſich immer mehr zu Ungunſten der Städte verſchob, die Hauptleute mit ihrem Rücktritt drohten, falls nicht energiſche Anſtrengungen gemacht würden, entſchloß ſich Ulm auf eine neuerliche Aufforderung der Tagſatzung ſeine Bedingung fallen zu laſſen und ohne einen Koſtenvorſchuß abzuwarten, die Schweizer anzuwerben.
Zu der Tagſatzung, die den Anwerbungsbeſchluß erneuerte, hatten mehrere Städte der Kriegsgefahr halber ihre Ratsherren nicht ſenden können.
Sie hielten ſich an den Beſchluß der Tagſatzung nicht gebunden.
„Damit kein Geſchrei, das den Städten und dem Kriege Schaden bringen könnte, entſtehe“, hatten die Ulmer trotzdem den Schweizern ihren Sold bezahlt.
Unbillig ſchien es ihnen aber, daß ihnen, obgleich ſie nur als Helfer in den Krieg verwickelt worden waren, und mehr„Schaden an Leuten und Gütern gelitten hatten als viele andere Städte“, bei der Rückzahlung ihrer Auslagen Schwierigkeiten gemacht wurden.„Beſſeren Dank“ glaubte Ulm, die Stifterin des Bundes verdient zu haben.“)
Dagegen erklärten Augsburg, Nürnberg, Rothenburg, Heilbronn, Bibrach, Memmingen und Wimpfen,) daß fie ſtets die ihnen auferlegte Anzahl Truppen pünktlich geſandt hätten; würden ſie jetzt gezwungen, die Schweizer, von denen ſie nicht einen Mann in ihren Mauern geſehen hätten, ebenſo zu be
1) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1451, I. S. 12.
2) Nördlinger St.⸗A., Städtebundakten 1451, I, 8. Die beiden zuletzt genannten Städte verſprachen bereits im Februar 1451 ſich einem Spruche der Tagſatzung fügen zu wollen, wenn ſie„ihre Antwort dazu geben und tun“ dürften.