Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1911)
Entstehung
Seite
772
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772 Durch Kampf zum Frieden.

der Bamberger Richtung treu an Nürnbergs Seite auszu­harren, mit dieſer Stadt alle Unannehmlichkeiten zu teilen, die ſie durch ihrer fürſtlichen Nachbarn Mißgunſt erleiden mußte. A

Wir wiſſen, daß ein Bürgermeiſter Augsburgs noch ehe man in Nürnberg an Nachgiebigkeit dachte, einem Rate der Markgrafen erklärte,) wie ſehr Augsburg den Augenblick er­ſehne, in dem es das gefährliche Bündnis mit Nürnberg löſen könnte. Die kleinmütige Stimmung in dieſer Stadt wird durch die Worte ihres Chroniſten Burkhart Zink über die Ur­ſachen des Krieges am beſten gekennzeichnet:Es waren aber die von Nürnberg ſo ſtolz und übermütig und wollten den Fürſten nicht nachgeben; auch war unſer alle Übermut ſo groß und rieten vielleicht den von Nürnberg, ſie ſollten kriegen und ſich nicht richten laſſen. Deß wir ſicher hernach zu großen Schaden kommen ſein. f

Ahnlich war die Stimmung in anderen Reichsſtädten.

Am beſten hat Eikhart Artzt, Bürger der freien Reichs­ſtadt Weißenburg die Folgen des Krieges geſchildert:

Die Herren ſind noch Herren und ſie bezahlten ihre Diener alle mit barem Gelde, daß ſie alle ein gutes Begnü­gen hatten. Auch die Städte ſind noch Städte, doch ſind ſie und die Schweizer:) wohl gezüchtigt worden, die doch meinten, über den Adel und alle Herren zu ſein und wurde ihr Bund zertrennt, den ſie manche Jahre gehal­ten hatten wider die Herren, daß ſich nunmehr jeg­liche Stadt behilft mit dem Herren, der ihr allerbeſt ge­legen iſt.)

1) Städte⸗Chr. II, S. 525526. 2) Von einer Züchtigung der Schweizer kann natürlich keine Rede ſein.| i 3) Qiu. u. Erörterung 3. bayr. u. deutſchen Geſch. II, S. 170. Bis 1463 hat ſich die Sachlage ſo geſtaltet, daß die großen Bundesſtädte in wichtigen Fragen faſt allein ſtehen.Wenn aber Ulm und Nörd­lingen an der jeder der kleinen Städtlein eine hängt, abgetragen ſind,