Durch Kampf zum Frieden. 773
In dem großen Städtekriege des XIV. Jahrhunderts hatte Nürnberg als erſte die gemeinſame Sache verlaſſen und einen Separatfrieden geſchloſſen.“) In dieſem Kriege hatte fie ſich ſtandhafter gehalten und größere Opfer gebracht, als irgend eine andere Bundesſtadt.
Aber ſelbſt aus Nürnberg war die bundesfreudige Stimmung gewichen.
Den Nachkommen zur Warnung ſchrieb der Bürgermeiſter Erhard Schürſtab die Worte in der Stadt Ordnungen: 5„Item es iſt gar wohl zu bedenken und zu Herzen zu nehmen, wenn man mehr kriegen müßt, und bei des heiligen Reichs Städten in Verbündnis wäre, daß man ſich denn auf ihr Troſt noch Hilfe nicht verließe in keinerlei Weiſe, weder um Leute noch um Gut.“) | Man mochte in Nürnberg ebenſo denken, wie der Regensburger Ratsherr, der auf der Bundesverſammlung der ſchwäbiſchen Städte den Ratsboten in das Geſicht rief:„Der Teufel komme mehr in Euere Einung.“)
Der Rat Nürnbergs, der vor dem Kriege ſtolz den Boten
ſchreibt Albrecht mit Bezug auf Hinderung des baperiſchen Reform, planes, vgl. Höfler, Kaiſerl. Buch, S. 93. Im Jahre 1472 rechnet er ſogar damit, daß ihm Rothenburg in einem drohenden Kriege mit Bayern und Nürnberg tauſend Mann zur Hilfe ſenden werde. BurkHardt, Das V. merkiſch Buch, S. 229. Vgl. auch Pfiſter, Geſch. v. Schwaben, V, S. 110 ff.
: 1) v. Weech, Nürnberg i. XIV. u. XV. Jahrh. Preuß. Jahrb. 1863, Bd. III, S. 328. Vgl. auch Stälin, Württb. Geſch. III, S. 346, Anm. 3.
2) Städte⸗Chr. II, S. 330. Schürſtab fügt zwar abſchwächend hinzu,„daß wenn ein allgemeiner Krieg angeht, jeder mit ſich ſelbſt ſo viel zu ſchaffen hätte, daß einer dem anderen nicht zu Statten kommen könnte“; aber an anderer Stelle, Städte⸗Chr. II, S. 128, bemerkt er doch bitter, hätten die Bundesgenoſſen Nürnberg nur die Hälfte gehalten, was ſie ihr zugeſagt hätten, ſo wäre die Stadt, was auch geſchehen wäre, ſo ſtark wie ihre Gegner geweſen.
3) Gemeiner, Regensburger Chr. III, S. 187.