774 Durch Kampf zum Frieden.
Frankfurts erklärt hatte, daß der Hochmut der Fürſten und des Adels unleidlich wäre und niedergebrochen werden müßte,) hatte das wie zum Hohn geforderte Wochenbettgeſchenk für die Markgräfin bewilligen müſſen.
Lau unterſtützt oder verraten von ſeinen Bündnern, vom Kaiſer im Stich gelaſſen, von den Fürſten durch Rechtsverdrehungen und unzählige kleine Quälereien bedrängt, durch das unaufhörliche Feilſchen und Schachern mürbe gemacht, war endlich auch aus dem Nürnberger Rate, dieſem Horte ſtädtiſchen Standesbewußtſeins, jede Kampfes⸗ und Opferfreudigkeit geſchwunden.
1) Janſſen, Frankfurts Reichskorreſpondenz II, S. 177. Auf einen Teil der zitierten Außerungen iſt bei der Schilderung des Krieges ſchon hingewieſen worden; ſie mußten hier im Wortlaut angeführt werden, da ſeit Franklins kleiner Schrift„Albrecht Achilles und die Nürnberger“ der Erfolg dieſes Krieges ganz in ſeinem Sinne gewertet wurde. Vgl. Keuſſen, Die politiſche Stellung der Reichsſtädte, S. 50. Joachimſohn, Gregor Heimburg, S. 148. Schrötter, Martin Mair, S. 32. Franklin, a. a. O., S. 43 ſchreibt: Was der Markgraf gewann, ſtand in keinem Verhältnis zu den aufgewandten Opfern und ſeinen Hauptzweck, die Stadt zu demütigen und ihre Entwicklung. hemmend Schranken zu ziehen, hatte er entſchieden verfehlt. Mit Ausdauer und Opferfreudigkeit hatten die Nürnberger gekämpft und ſie konnten ſich mit gerechtem Stolze rühmen, daß ſie das Recht und die Macht ihrer Stadt unverſehrt erhalten hatten gegenüber dem kxriegsgewaltigſten Fürſten ſeiner Zeit.„Des ſei Gott Dank und Lob geſendt, daß er uns hat ſeine Gnad verliehen daß tauß und eß, ſeß Zink hat geſchendt,“ ſangen die Nürnberger und vergaßen in dem lauten Siegesjubel all das Leid, das auch ſie, ihre Schutzverwandten und ihr Gemeinweſen in dieſem Streite getragen.“ In der Tat hat ein einziges Mal in dieſem Kriege tauß und eß(zwei und eins)— das gemeine Volk im Würfelſpiel— ſeß Zink(fünf und ſechs) die Fürſten völlig geſchlagen. Im Jubel und zur Verherrlichung des Sieges von Pillenreut hat Roſenblüt die zitierten Verſe gedichtet. Geradezu irreführend iſt es, wenn Franklin ſie nun in dieſem Zuſammenhange zitiert und daraufhin von„lautem Siegesjubel“ ſpricht, der auch nach dem Laufer Frieden in Nürnberg geherrſcht haben ſoll. Wie es beim Würfelſpiel üblich iſt: fünf und ſechs haben ſchließlich doch eins und zwei geſtochen.