1773—74.
An E. Th. Langer(27. 10.):„Meine Gesundheit nahm, seitdem Sie mich verliessen, immer zu, aber seitdem sie mir doch nicht erlauben wollte, im bürgerlichen Leben meine Rolle zu spielen, wie ich wohl wünschte, so habe ich dem Trieb der Wissenschafften und Künste gefolgt.“
An Joh. Fahlmer(23. 11.):„Ich binn wie immer bald leidlich bald unleidlich. Hab einige Tage Kopfweh gehabt und war sehr menschenfreundlich.“
Bm. Zusammen mit der Stelle vom 21. 11. 1774 sind hier alle Stellen gegeben, aus denen man etwa auf Taedium vitae schliessen könnte. Offenbar würde Niemand die Sache danach ernst nehmen, lägen nicht die Aeusserungen aus dem späteren Leben vor. Man würde eher an ein dichterisches Hineinversetzen in Jerusalems Situation denken.
W. Fielitz(Goethe-Studien, Wittenberg 1881) bespricht ausführlich den Brief an die Fahlmer vom März 1773 und findet darin Selbstmordgedanken. Aber es macht mehr den Eindruck, als handelte es sich um pessimistisch-sentimentale Zustände der Fahlmer, da diese von Goethe ein paar Tage später zu Lebensmuth ermahnt wird.
1774.
Br. An Kestner(21. 11.):„Wenn ich noch lebe, so bist dus dem ichs dancke.“