die Unbequemlichkeit gespürt habe, wenn ich mich von dem breiten Wege, auf den engen Pfad. der Enthaltsamkeit und Sicherheit einleiten wollte.“
An Ch. v. Stein(29. 8.):„wie ich denn überhaupt gänzlich unnütz bin.“
An Jacobi(9. 9.):„Ich bin wohl und wunderlich.“
Bm. Die wichtige Stelle vom 16. 2. zeigt, dass Goethe in Rom geschlechtliche Beziehungen angeknüpft hatte. An eine Zeichnung Tischbeins ist zu erinnern. Nebenher geht das Verhältniss zu Maddalena Riggi, und gleich nach der Rückkehr tritt die Verbindung mit Christiane ein. Nachdem schon in Italien erotische Gedichte entstanden waren, klingt dann die Erregung in den sogenannten römischen Elegien allmählich ab.
Dass der Aufenthalt in Italien nicht eine neue Jugend, nicht die Wiedergeburt zum Künstler bedeutete, sondern das Ende der Jugend und den Beginn der mageren, mehr wissenschaftlich als künstlerisch gerichteten Jahre, das zeigt die Entwickelung nach der Rückkehr. Von allen Prophezeiungen Goethes in den italienischen Briefen ist nicht eine eingetroffen. Ernüchtert und trocken geworden ist der Zurückgekehrte. Freilich trat auch Aeusseres dazu, der Bruch mit der Stein, die Sehnsucht nach Rom und allerhand Missverständnisse, aber das Wesentliche ist denn doch die innere Entwickelung, das Altwerden.