Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1903) Goethe ; Theil 2
Entstehung
Seite
120
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Ausführungen und Belege,

scheidung einer Crise dem Zufall überlassen. Endlich, nach verschiednen katharralischen Anzeigen, zu Ende des vorigen Jahrs, brach das Übel aus, und ich er­innere mich wenig von den gefährlichen neun Tagen und Nächten, von denen Sie schon Nachricht erhalten haben. Sobald ich mich wieder selbst fand ging die Sache sehr schnell besser, ich befinde mich schon ziemlich bey körperlichen Kräften und mit den geistigen scheint es auch bald wieder beym alten zu seyn. Merkwürdig ist dass eine ähnliche Kranckheit sich theils in unsrer Nähe, theils in ziemlicher Entfernung in diesem Monate gezeigt hat.

Auch an Schelling(1. 2.) und an Reichardt(5. 2.) berichtet Goethe über die Krankheit.

An Schiller(11. 2.):Nun kann ich heute nicht ausfahren, weil Starke heute früh eine etwas schmerz­liche, ich hoffe aber die letzte Operation am Auge vor­genommen und mir das Ausgehen wegen der Kälte verboten hat.

An den Herzog(9. 3.):Geschwulst und Miss­farbe des unteren Augenlids haben sich noch nicht ganz verloren.

In den Briefen wird wiederholt das Gefühl der Genesung, aber zugleich einer gewissen Schwäche er­wähnt. In Pyrmont tritt Verstimmung ein(schlechtes Wetter, Langeweile).

An Christiane(26. 6.):Die Kur wird mir hoffent­lich gut bekommen, ob sie mir gleich beym Gebrauch unbequem ist, indem sie mir den Kopf einnimmt und mich nicht das mindeste arbeiten lässt.