1806.
H. Voss d. j.(1.):„Goethe ist nicht wie er sein sollte. Seine Nieren sind wahrscheinlich desorganisirt. Er hat täglichen Blutabgang durch den Urin; oft aber stockt dieser, und dann ist er sehr krank. Ich glaube, dass er alt werden kann, aber gesund wird er nie wieder. Gott erhalte ihm. nur seine frohherzige Laune. Neulich sagte er: ‚Wenn mir doch der liebe Gott eine von den gesunden Russennieren schenken wollte, die zu Austerlitz gefallen sind!‘ Das Schauspiel besucht er fleissig, auch geht er jeden Tag im Park spazieren.“
Ch. v. Stein:„Goethe ist wieder recht krank. Seine Krankheit ist periodisch; er bekommt sie alle 3 oder 4 Wochen. Er sagte mir, er nehme jetzt Bilsenkraut”) statt Opium dafür; die thäte ihm besser.“
Bm. Während der Jahre 1805 und 1806 nehmen die Schmerzanfälle das Interesse hauptsächlich in Anspruch. Wir erfahren durch Goethe selbst, es habe sich um ein Nierenleiden gehandelt. H. Voss fügt hinzu, der Urin sei bluthaltig gewesen, also ist, wenn man von Seltenheiten absieht, die Annahme von Nierensteinen am wahrscheinlichsten. Es bilden sich Concremente im Nierenbecken, sie können dort blutige Verletzungen und Schmerzen hervorrufen, sie können in den Harnleiter gelangen, da eingeklemmt werden und heftige Schmerzen bewirken, sie können auch weiterhin in den harnleitenden Wegen Störungen machen.
*) Wahrscheinlich Extractum Hyoscyami(0,2 pro dosi, 1,0 pro die!), das früher als Sedativum gebraucht wurde.