Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1903) Goethe ; Theil 2
Entstehung
Seite
145
Einzelbild herunterladen

griff mich das Übel schon den ersten Abend an, das ich unterwegs beym Fahren schon empfand. Leider war Starke der Onkel und auch der Neffe nicht hier; doch sah ich mich für die Nacht vor mit allerley Salben und Balsamen und bin noch so ganz erträglich durchgekommen. Ich bin auch heute schon wieder auf und will mich diät und ruhig halten.

In den folg. Briefen wird der Anfall oft erwähnt. So an Ch. v. Stein(9. 5.):ist es mir zum Eintritt hier gleich sehr übel gegangen, indem ich einen An­fall erleiden musste von dem ich nun drey Jahre*) befreyt geblieben. An Christiane(10. 5.):Ich fühle erst, wie nothwendig ich es habe mich von einem so

langen und verdrüsslichen Winter zu erholen und mich noch überdiess von einem neuen unerwarteten

Anfall herzustellen.

An Christiane(25. 7.):dass es mir ganz wohl­geht. An dies.(8. 9.):Ich befinde mich ganz leid­lich, muss aber auf eine pedantische Weise meine Diät und andre Lebensordnung halten.

An dies.(22. 9.): Er habe um Besuchender willen ein Unwohlsein nicht beachtet.Da ich mich aber zwang bey Tische zu erscheinen; so wurde mirs zu­letzt so schlimm dass ich fortgehn musste und nicht Abschied nehmen konnte. Doch bin ich durch die Beyhülfe unseres Starke diessmal ziemlich schnell über die Sache hinausgekommen und habe die Nacht ganz

*) Seltsame Täuschung.

Möbius, Werke III.