Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1903) Goethe ; Theil 2
Entstehung
Seite
159
Einzelbild herunterladen

An A. R. M. Städel(27. 9.): scherzhafter Brief über seinHerzweh.

An Willemer(6. 10.): Abschied. Er eile nach Hause, um desto reiner seine Sehnsucht nach den Zurückgebliebenen zu richten.

An Knebel(21. 10.): Er sei 4 Monate lang wie ein Ball von mehr guten als bösen Ereignissen hin und wieder geworfen worden.) An Boisseree(10.): Den 11. Octbr. zu Mittag kam ich in Weimar an, nachdem mir zuletzt die Dämonen noch einige Ge­sichter geschnitten hatten. Ich that aber nicht der­gleichen und so ging es vorüber.

Gespr. Boisser6e(5. 10.):er sprach von seinem Verhältniss zu Ottilie, wie er sie lieb gehabt, und wie sie ihn unglücklich gemacht. Er wurde zuletzt fast räthselhaft ahndungsvoll in seinen Reden.(6. 10.) Goethe will plötzlich von Heidelberg fort.Ich mache mein Testament.(7. 10.) Goethe ist unruhig, fürchtet eine Krankheit, will fort. Er ist sehr angegriffen. Trauriger schwerer Abschied[von Heidelberg]. Abends wird Goethe vergnügt und vergisst im kalten Zimmer die Kälte beim Vorlesen der orientalischen Liebeslieder. Es ist ihm lieb, dass ich bei ihm bin, er hatte wirk­lich eine Krankheit befürchtet.(8. 10.)In Hardtheim Mittagessen. Ein junges frisches Mädchen bedient uns, ist nicht schön, hat aber verliebte Augen. Der Alte sieht sie immer an. Kuss.*

*) Dieselbe Redensart gebraucht Goethe 1823, wie er von seinem Sommerleben spricht.