Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1903) Goethe ; Theil 2
Entstehung
Seite
188
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Ausführungen und Belege.

Ein gleich nach der Trennung entstandenes glut­erfülltes Gedicht an den geliebten Gegenstand giebt die Gewalt eben gereifter Jünglingskraft zu erkennen. In vollen Strömen fliesst eine überreiche gesunde Leidenschaft ins Unendliche dahin um sich des liebe­schweren Gehalts zu entledigen. Es ist die in den dritten Band seiner Werke unter der Rubrik Trilogie der Leidenschaft aufgenommene Elegie. Auf diese be­zieht sich das gleichfolgende Gedicht Aussöhnung überschrieben, und ist an Mad. Szymanowska ge­richtet, welche durch ihr munteres, fertiges, freyes, anmuthiges Fortepianospiel das liebekranke Herz des göttlichen Dichters zu beschwichtigen und den Ver­lust der Geliebten zu erlindern vermochte.

Ein schweres Krankenlager erfolgte kurz darauf im Spätherbst 1823 und die Weimarischen Aerzte er­warteten Goethes Tod.

Schon zweymal hatte ich den Freund in ähn­lichem dem Tode nahen Zustande angetroffen, und ihn unter meinen Augen gleichsam wieder aufleben sehen. Diesmal, seine Genesung sozusagen befeh­ligend, sah ich ihn von Stund an, zur Verwunderung der Aerzte so schnell sich erheben, dass ich ihn in der Mitte des Decembers in völliger Munterkeit ver­lassen durfte. Zelter.(Aus dessen biographischen Papieren.)

Am 1. 12. wird Eckermann zu Tische geladen, findet Zelter, und Goethe ist heiter. Am 7. 12. fragt Soret Goethen, wie er sich befinde.Nicht ganz so schlecht als Napoleon auf seiner Insel, war die seufzende