v. Bärwald: Cervus:
v. Bärwald: Cervus:
Schräder:
Schulze:
Cervus:
Schräder: Cervus: Schräder: Cervus:
Schräder:
Cervus:
Schräder:
Cervus:
v. Bärwald: Cervus; Schräder:
(wütend) Ich müßte ein Hundsfott sein!
Oh, sagen Sie nicht so. Ihr großer König hat gesagt, er könne keinen Offizier brauchen ohne „fortune“. Nun, ein Offizier kann keinen König ohne Glück gebrauchen. Und das Glück ist bei dem Kaiser der Franzosen, ist bei Napoleon. Die deutschen Fürsten haben das erkannt. Sie nehmen Königskronen von ihm entgegen und kriechen ihm zu Fuß wie die Hündchen ihrem Herrn.
Auch uns Preußen wird die Sonne wieder aufgehen, darauf gebe ich Ihnen mein Wort.
Dieser Wachtmeister mit seinen 30 Mann ist nicht der erste Strahl einer aufgehenden, er ist der letzte Strahl einer untergehenden Sonne.
(Bürgermeister Schräder kommt eilig herein)
Guten Abend, meine Herren.
(zu Cervus) Herr Bürgermeister Schräder, mein Herr.
Ich bin sehr unzufrieden mit Ihrem Kyritz. Ich werde der Intendanz Seiner Majestät meine Unzufriedenheit mit- teilen.
Mit wem habe ich die Ehre?
Cervus, mein Name, Getreide und Futtermittel en gros. Ah, Sie kommen im Aufträge von Monsieur Winnung?
Monsieur Winnung ist mein Compagnon. Bitte, ich will Stroh kaufen für die Große Armee. Warum verkaufen die Bauern in Kyritz kein Stroh, ich will für 1500 Taler Stroh kaufen.
Weil die Bauern nur wenig haben, mein Herr. Die Division Davout hat viel Stroh verkonsumieret, und ein Bauer denkt nicht zuletzt auch an sein eigenes Vieh.
Sagen Sie nicht, sagen Sie gar nichts, die Bauern haben.
Soviel mir bekannt ist, hat Monsieur Winnung Herrn Kersten eine Ordre gegeben und ein Aufgeld gezahlt. So wird Herr Kersten seine Lieferung wohl machen.
Zu wenig, viel zu wenig. Warum kauft dieser Kersten nicht für 1000, für 2000 Taler? Ich will es Ihnen sagen: Er will nicht! Er denkt wie alle hier in Kyritz, Soldaten von Major Schill sind schon in Teetz, sie werden nach Kyritz kommen, und er braucht nicht zu liefern für die Große Armee Seiner Majestät des Kaisers.
Sie ist bereits da, mein Herr, die Avantgarde des Majors von Schill.
(zu Schräder) Sie werden diese Marodeurs durch Ihre Gendarme arretieren lassen!
Dazu sind unsere fünf Gendarme, die kaum bewaffnet sind, ohne Fähigkeit mein Herr. Der Magistrat ist völlig machtlos. Ich würde Ihnen raten, nicht in Kyritz zu bleiben mit Ihrem vielen Geld. Gehen Sie auf eine der Domänen, mein Herr, das scheint mir sicherer.
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