Heft 
(1958) 4
Seite
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Cervus :

Belitz:

Schräder:

Schulze:

Fischer:

Cervus:

Fischer:

Cervus:

Fischer:

Cervus:

Fischer:

Cervus:

Fischer:

Cervus:

Fischer:

Cervus:

Fischer:

Cervus:

Fischer:

Cervus:

Fischer:

Cervus:

Fischer:

Schräder:

Fischer:

Schräder:

Nein, ich werde bleiben in Kyritz. Meinen Sie, ich fürchte diese Marodeurs? Sie sollten es wagen, mich zu inkommo­dieren. Nun, und wenn sie mich berauben, mein Comptoir hat, so viel Geld, diese 1500 Taler, die ich bei mir trage, sind für uns ein douceur, ein Trinkgeld.

Mit Verlaub, Herr Bürgermeister, wenn der Herr ein Pri­vatquartier sucht, kann er doch bei Kerstens wohnen.

Nun eben, da Sie doch Geschäfte haben mit Herrn Kersten, wird dies das Beste sein. Nehmen Sie den Herrn mit, Belitz. Ich wünsche angenehmen Aufenthalt in Kyritz, mein Herr.

Hier, Belitz, nehme er die Quittung für Herrn Kersten mit. (tritt schnell mit einigen Soldaten ins Zimmer)

Guten Abend, meine Herren! (Er sieht am Hute des Cervus die französische Kokarde) Sie sind Franzose?

Nein, ich bin Preuße.

Sie tragen die französische Kokarde?

Ich stehe im Dienste Seiner Majestät des Kaisers Napoleon. Sie kommen?

Aus Berlin ... in Geschäften.

Welcher Art sind diese Geschäfte?

Ich will Stroh und Vieh kaufen für die Armee des Kaisers. Ihr Name?

Cervus, kaiserlicher Kommissionär.

Mir ist, als hätte ich Sie schon vor dem Feldzug des öftern bei der Intendanz des Regiments von Blücher gesehen.

Ich habe für viele Regimenter geliefert.

Damals trugen Sie allerdings noch keine französische Ko­karde.

Was wollen Sie damit sagen?

(ironisch) Ich hoffe, Napoleon ist zufrieden mit Ihren Diensten.

Die Intendanz Seiner Majestät ist sehr zufrieden. (verächtlich) Dann wünsche ich weiterhin gute Geschäfte und bon voyage, Monsieur.

Merci. (zu Belitz) Komme er, bringe er mich zu diesem Kersten.

(Cervus und Belitz verlassen das Zimmer)

Ist einer der Bürgermeister dahier?

Ja, ich bin Bürgermeister Justizdirektor Schräder.

Ich habe Ordre, die Uniformen des Regiments von Beeren, die der Regimentsschneider Metke zurückbehalten hat, zu beschlagnahmen. Desgleichen alle Effekten und Waffen der königlichen Armee, die sich noch in Kyritz befinden.

Es sollte Ihnen bekannt sein, daß alles, was der preußischen Armee zu eigen war, dem französischen Staate gehört und

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