Heft 
(1897) 08
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Aeber Land und Meer.

in dem dunstigen und schlecht ventilierten Raum nicht zu den Annehmlichkeiten des Lebens gehörte, baut man jetzt die Schiffe so geräumig, daß auch das Unterdeck eine Höhe von 2HZ bis 2Hg Meter hat. Steigen nur eine Treppe hinaus, so kommen wir aus das Haupt- oder Zwischendeck. Bei allen neueren Schnelldampfern liegt in diesem das Hauptprunkzimmer des Schiffes, der Speisesaal erster.Klasse, immer in dem von den Dünsten der Maschine verschonten Vorschiffe. Aus den englischen SchnelldampfernLucania" undCampania" der Cunard Line ist dieser Raum 34 Nieter lang und 22 Nieter breit, auf dem.Kaiser Wilhelm der Große" sogar 35 Nieter lang bei derselben Breite. Ter Salon erster Klasse desKaiser Wilhelm der Große" ist ein Meisterwerk des deutschen Knnstgewerbes. Cr ist in italienischein Frührenaissancestil gehalten. Die

eingenommen, nur im Heck befindet sich ein Hilfssalon und das Damenzimmer zweiter Klasse, dam: folgen nach vorn Kabinen für Passagiere erster Klasse; im Bug des Ober­decks liegt das Lazarett, und ganz vorn ist ein Teil der Mannschaft untergebracht. Das nächsthöhere Deck ist das Promenadendeck. Ans diesem liegen die meisten Gesellschasts- rüume, im Hinterschiffe der Rauchsalon zweiter Klasse, dann folgen nach vorn einige der teuersten und trotzdem begehrtesten Passagierkabinen erster Klasse, Ranch- und Musiksalon, einige sogenannte Luxnskabinen, bestehend mm Wohn-, Schlaf- und Badezimmer, und ganz vorn das Lese zimmer. Das Sonnendeck über dem Promenadendeck ist für Passagiere nicht zugänglich, auf diesem halten sich nur dir dienstthuenden Offiziere und Mannschaften ans; hier liegt die geräumige und elegant ansgestattete Wohnung de

Schwimmkran und der Neichspvstdaiiipt"'Friedrich der Gruße

Wände haben einen Hellen Grnndton mit leichter Ver­goldung ; in der Mitte der reichverzierten Decke öffnet sich ein Lichtschacht von 40 Quadratmeter, der bis zum obersten Deck, dem Sonnendeck, reicht und hier ein Oberlicht mit kunstvoller Glasmalerei trügt. In den Füllungen der Brüstung sind Gemälde angebracht, die Seenen ans den Kaiserresidenzen von alter Zeit bis zur Gegenwart dar­stellen. An diesen ersten Salon schließen sich nach vorn und hinten je zwei kleinere Gesellschaftssäle an, das Königin Luise-, Kaiserin Angnsta-, Bismarck- und Moltke-Zimmer. Vor diesen liegen Passagierkabinen, dann folgen nach vorn Räume für Passagiere dritter Klasse und ganz vorn für einen Teil der Mannschaft. Im Heck des Zwischendecks hinter dem großen Maschinenschacht liegen der Salon zweiter Klasse und einige Passagierkabinen zweiter Klasse.

Wenn wir wieder eine Treppe hinanfsteigen, gelangen wir aus das Oberdeck. Dies wird fast ganz von Kabinen

Kapitäns und ein Hans für die Kabinen der Schiffsoffiziere und Lotsen, ferner ein Ruder- und ein Kartenhaus. An den Seiten des Sonnendecks sind die Rettungsboote am gestellt, beimKaiser Wilhelm der Große" 24 Stück; ff' sind fertig mit Proviant, Wasser, Kompaß, Rudern und Segeln ausgerüstet und können im Falle der Not sofort ausgesetzt werden, lieber dem Sonnendeck liegt die große Kommandobrücke, auf der Telegraphen für die Maschine, Kompaß und der Dampfsteuerapparat stehen. Von dein Luxus und Komfort an Bord eines großen Schnelldampfers kann sich ein Laie keinen Begriff machen. Alles, was zur Bequemlichkeit und Annehmlichkeit der Passagiere irgend erforderlich ist, ist vorhanden. Die neuen Schnelldampfer sind natürlich durchweg elektrisch erleuchtet, die Heizung ist Dampfheizung, mit Dampf wird sogar gekocht.

Es mag die Leser interessieren, wie sich die Besatzung eines modernen Ozeanriesen znsammensetzt. Ans demKaiser