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Wie ein Schiff cniilchl.
Wilhelm der Große" sind circa 450 Mau» und zwar: 1 Kapitän, 6 Offiziere, 2 Bootsleute, 6 Steuerer, 3 Ziminer- lrute, 42 Matrosen, 1 Obermaschinist, 13 Maschinisten, 12 Maschinisten-Assistenten, 12 Schmierer und Jungen, 12 Ober- heizer, 170 .Heizer, 1 Arzt,
1 Zahlmeister, 1 Zahlmeisterassistent, 1 Barbier, 1 Ober- kocb, 8 Köche, 14 Dampfköche und Bäcker, 2 Konditoren,
2 Schlächter, 2 Proviant- stewards, 2 Oberstewards,
3 zweite Stewards, 114 Kellner', 12 Aufwäscher, 8 Aufwärterinnen, 3 Elektriker.
Wie wird nun die Konstruktion eines Schiffes prak- lisch durchgeführt, und wie entsteht aus den rein theoretischen Linien, Rechnungen -nid Rissen des Konstrukteurs aas fertige Schiff?
Zunächst ist es nötig,
Re Linien, die bei größeren schiffen etwa in der natürlichen Größe gezeichnet werden, in die natürliche Größe zu übertragen. Dies geschieht auf dein „Schnürboden" der Schiffbauanstalt, nnem überdachten Raum von
melleicht 100 Meter Länge und 25 Nieter Breite. Auf dem lattgedielten Boden dieses Raumes werden mit biegsamen Stäben und Latten die Linien des Schiffes aufgerissen der, wie es in der Schiffbantechnik heißt, „ausgestrnkt". sei großen Schiffen, bei denen das Ausstraken in natürlicher Größe nicht möglich ist, begnügt man sich, die Linien in
W
Kessel des „Kaiser Wilhelm der Grosse"
der Längsrichtung in W natürlicher Größe, die in der Onerrichtung in natürlicher Größe auszustraken. Selbstverständlich wird hier nicht mehr mit Zirkel und Lineal, sondern mit Maßlatte und Schnur gearbeitet. Eine besondere Sorgfalt wird beim Ausstraken der Spanten angewendet, der Rippen des Schiffes, die ihm die eigentliche Form geben.
Solch ein Ausstraken der Linien eines Schiffes ist eine mühsame, wochenlange Arbeit, die von nur wenigen tüchtigen Arbeitern ausgesührt werden kann; ist sie endlich vollendet, so beginnt man mit dem Bau des Schiffes auf der Werft.
Alles Material, bester, weicher Siemens - Martin- Stahl, besteht jetzt, wenigstens bei deutschen Kriegsschiffen, ausschließlich aus deutschem Fabrikat, während man früher englisches anwendete. Unsre Walzwerke waren früher nicht so auf die prompte Lieferung von Schiffbaumaterial cin- und nichts ist im
Betriebe störender und kostspieliger, als wenn auf Material gewartet werden muß. Außerdem war der englische Stahl bedeutend billiger, weil der Transport zu Wasser viel wohlfeiler und leichter war wie zu Lande, und weil fremdes Eisen und Stahl nicht verzollt wird, wenn eS zu Schiffbanzwecken cingeführt wird. Jetzt jedoch zieht man, wo der Preisunterschied es irgend znläßt, das deutsche Material dem englischen vor.
A
MM
Kurbelwelle des „Kaiser Wilhelm der Große" im MonllMramu.