Druckschrift 
Regionale und lokale Entwicklungen in Albanien - ausgewählte Beispiele / Dhimitër Doka
Entstehung
Seite
13
Einzelbild herunterladen

1 Gegenstand und Aufbau der Arbeit

Albanien, das in der Zeit zwischen dem Ende des 2. Weltkrieges bis zur politischen Wende 1990/91 ein weitgehend isoliertes Land war, hat unter den Problemen der Transformation von der sozialistischen Plan­wirtschaft zu Marktwirtschaft und Demokratie mehr zu leiden als die anderen post-sozialistischen Staaten Europas, abgesehen davon, dass es glücklicherweise nicht von militärischen Auseinandersetzun­gen verschiedener Ethnien und Nationalitäten oder religiöser Gruppen wie andere Regionen betroffen war.

Die Gründe für die massiven Probleme der gesellschaftlichen Umge­staltung liegen nicht allein in der relativ starken Isolation zur soziali­stischen Zeit, sondern auch darin, dass das Land von einem rigiden stalinistischen Regime beherrscht wurde, das auch keinerlei ökono­mische Reformen zuließ, wie sie in anderen sozialistischen Staaten Ost- und Südosteuropas bis zu einem gewissen Grade möglich waren.

So befindet sich Albanien seit der Jahreswende 1990/1991 in einer sehr schwierigen und langen Übergangsperiode, die von vielen neuen und schnell ablaufenden Entwicklungen in unterschiedlichen Berei­chen(Politik, Wirtschaft, Gesellschaft) begleitet wird.

Diese Entwicklungen Albaniens sind in ihren allgemeinen Grundzügen inzwischen in der Wissenschaft und der interessierten Öffentlichkeit gut bekannt, unter anderem auch durch ihre Behandlung in der geographischen Wissenschaft. Die Geographie kann mit ihrem Beitrag besonders in den Transformationsländern zu denen Albaniens gehört- eine wichtige Rolle spielen. Das betrifft all diejenigen Aspekte des Lebens(Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Natur), wo sich sehr schnelle und oft chaotische Veränderungen mit großen räumlichen Auswirkungen einstellen. Zum Gegenstand der geographischen Arbei­ten gehören daher sowohl die neuen demographischen Entwicklungen (Zahl der Bevölkerung, geographische Verteilung, Migration, struktu­relle demographische Änderungen) als auch die ökonomische Trans­formation(Privatisierung, Struktur der Wirtschaftszweige, Erwerbs­tätigkeit und Arbeitslosigkeit, Außenhandel). Bis heute waren diese Arbeiten über Albanien meist allgemein in Form einzelner Artikel und Referate zusammengefasst. Konzepte und Maßnahmen der regiona­len und lokalen Entwicklung werden kaum behandelt. Sie werden in vielen Publikationen nur am Rande oder nur indirekt angesprochen. So gibt es noch erhebliche Lücken auch in der wissenschaftlichen Literatur hinsichtlich genauer Kenntnisse der internen politischen,

13