2 Merkmale der sozioökonomischen Transformation und Entwicklungsperspektiven Albaniens (ein Überblick)
2.1 Die Ausgangssituation Albaniens für die sozioökonomische Transformation des Landes
Im Vergleich mit allen anderen ex-kommunistischen Ländern Osteuropas hat Albanien auf Grund seiner langen totalen Isolation von der restlichen Welt die schlechteste Ausgangssituation auf dem Weg der sozioökonomischen Transformation nach der politischen Wende im Jahre 1990.
So befindet sich Albanien in den letzten 15 Jahren in einer sehr
schwierigen und vielseitigen Transformationsperiode. Wegen vieler
negativer Auswirkungen, die das kommunistische System hinterlassen hat, und der Probleme während des heutigen Reformprozesses zum
Aufbau demokratischer politischer Strukturen und des Umbaus der
Wirtschaft von der Plan- zur Marktwirtschaft, ist es sehr schwierig für
Albanien, diese Übergangsperiode erfolgreich zu überwinden. Armut
und Not, Arbeitslosigkeit, die instabile innenpolitische und regionale
Situation u. a. sind die größten Probleme, mit denen die albanische
Gesellschaft in den Jahren nach der Wende zu kämpfen hatte.
Konkret sind dies folgende Probleme:
— drastische Erhöhung der Arbeitslosigkeit auf über 30%;
— großer Rückgang der nationalen Produktion in fast allen wirtschaftlichen Sektoren;
— große Abhängigkeit der Wirtschaft vom Import mit der Folge einer großen negativen Leistungsbilanz von über 1 Milliarde USD im Jahr;
— massive Auswanderung(bis ca. 20% der gesamten Bevölkerung Albaniens);
— die noch zu schwache Rolle ausländischer Investitionen für die Entwicklung der albanischen Wirtschaft;
— Vertiefung der wirtschaftlichen Disparitäten zwischen den verschiedenen Regionen des Landes.
Unter diesen Bedingungen war die Außenmigration für einen großen Teil der Bevölkerung ein möglicher Weg, sein Überleben zu sichern. So rechnet man heute mit mehr als 700.000 Albanern, die ab 1990 Albanien den Rücken gekehrt haben(INSTAT 2004: Migracioni ne Shaiperi. S. 36).
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