Das Geistige.
heitere Geselligkeit müsst ihr lernen.“ Diese Vorliebe für die viva vox hängt doch sichtlich mit dem Triebe zur Geselligkeit zusammen. Offenbar regt gesellige Menschen das Gesprochene und noch mehr das Wechselgespräch viel mehr an als das Lesen, fördert ihre eigene Thätigkeit mehr. Förderung aber ist das, was Goethe überall verlangt. Der Gegenwärtige gewährte sie ihm in der Regel, der Abwesende nur manchmal. Damit mag zusammenhängen, dass es bei Goethe manchmal zu heissen scheint: aus den Augen, aus dem Sinn. Ist der lebendige Zusammenhang ge- 1 stört, so nimmt das Interesse rasch ab, das Gegen-| wärtige hat immer Recht.|||
An die Freunde darf man wohl die Verwandten anschliessen. Da ist Eins, das ich nicht verstehe, das Verhältniss zur Mutter nemlich. Er wird sie lieb gehabt haben, gewiss, aber er hat es ihr doch recht wenig gezeigt. Als Student schreibt er gar nicht an sie, von Weimar aus recht selten. Für sie ist er der| Hätschelhans, aber seine Briefe sind ernst und gemessen, durchaus nicht zärtlich. Auch sein Verhalten gegen die Schwester nach ihrer Verheirathung hat etwas Räthselhaftes.
Der Heerdensinn ist ein sehr wichtiges Organ der Seele. Durch ihn folgt der Einzelne dem grossen Haufen, unterwirft er sich der Autorität, dem Herkommen und der Mode, durch ihn entsteht die Politik, entstehen Parteien, Genossenschaften, Vereine u. s. w. Wer ihn nicht hat, ist Individualist, Eigenbrätler, geht seine eigenen Wege und ist im Grunde immer allein.
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