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Erwerbsinn. Eitelkeit.
1815 gedient“(Gespr. 31. 3. 1823). Am 19. 9. 1816
schreibt er an seinen Sohn:„Ich habe in meinem Leben viel, vielleicht mehr als billig, für andre gethan, und mich und die Meinigen dabey vergessen.“ Es ist richtig, dass seine Verhältnisse ihn nicht nöthigten, den Sinn auf das Erwerben zu richten. Aber das macht es nicht. Unzählige haben es auch nicht nöthig und thun es doch. Sagt man, Goethe habe Besseres zu thun gehabt, so ist das richtig, aber Einer mit viel Erwerbsinn hätte eben doch Zeit gefunden, für sich zu sorgen, ut exempla docent. Dass er sich im späteren Leben gegen Uebervortheilung durch die Buchhändler wehrte, ist kein Zeichen von Erwerbsinn. Er wusste, was seine Sachen werth waren, und er brauchte das Geld recht nöthig.
Gering war ferner bei Goethe die Eitelkeit, d. h. die Werthschätzung des Lobes. So sehr er wünschte, seinen Freunden zu gefallen und auf das Ganze zu wirken, so wenig kümmerte er sich um das Publicum.
Am 30. 1.1812 schreibt er an Rochlitz über die langsame Wirkung seiner Werke seit zwanzig Jahren. „Eine solche Langmuth ist nur dem zuzumuthen, der sich bey Zeiten den dedain du Succ6&s angewöhnt, welchen die Frau von Stael in mir gefunden haben will. Wenn sie den augenblicklichen leidenschaftlichen Succ&s meint, so hat sie recht. Was aber den wahren Erfolg betrifft, gegen den bin ich nicht im mindesten gleichgültig; vielmehr ist der Glaube an denselben immer mein Leitstern bey allen meinen Arbeiten.“
Bezeichnend ist auch, wie die Ernennung zum Ge