Hartnäckigkeit. Bedachtsamkeit.
übte er thatsächlich nicht nur im Theater, wo es wohl nöthig war, sondern auch sonst aus, wie zum Beispiele die Damen der sogenannten Mittwochabende klagend betheuerten.
Zum Herrschen gehört ein fester Wille, und den hatte Goethe. Er beherrschte nicht nur andere, sondern auch sich‘ selbst, und er hatte überdem einen langen Willen, also das, was man Hartnäckigkeit nennt. Goethe spricht in wunderlicher Weise von „dem Absoluten seines Charakters“, es sei ihm in allen Lagen seines Lebens sehr zu statten gekommen;„ich konnte Vierteljahre lang schweigen und dulden wie ein Hund, aber meinen Zweck immer fest halten; trat ich dann mit der Ausführung hervor, so drängte ich unbedingt mit aller Kraft zum Ziele, mochte fallen rechts und links, was da wollte“(Gespräch am 31. März 1823). Sieht man die vielen unvollendeten Stücke, die unausgeführten Pläne in seinen Werken an, so könnte man denken, Goethe sei unstät und schwankend gewesen. Aber es handelt sich da um dichterische Aufgaben, und er wusste, dass er dabei mit dem bewussten Willen nichts ausrichten konnte. Alles andere führte er streng durch, und seine Farbenlehre z. B. ist ein Beweis bewunderungswürdiger Hartnäckigkeit.
Bedachtsamkeit, Vorsicht, Sorglichkeit hatte Goethe ziemlich viel. Rasche Entschliessungen waren ihm zuwider; es sollte alles erst reiflich bedacht werden, und zuweilen konnte man ihn Cunctator nennen.”
* Sie werden es sehen, wenn Sie, bey unserer Bekannt