Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1903) Goethe ; Theil 2
Entstehung
Seite
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Ausführungen und Belege,

An dieselbe(21. 5.):Mein Mund ist besser, ich hoffe bald wieder menschlich auszusehen.

(25. 5.):Ich bin recht wohl nur meine Lippe ist noch nicht in ihre Gränzen zurück.

An den Herzog(2. 9.):Durch den zweyjährigen Gebrauch des Bades hat meine Gesundheit viel ge­wonnen und ich hoffe auch für die Elasticität meines Geistes das Beste, wenn er eine Zeitlang, sich selbst gelassen, der freyen Welt geniessen kann.

Bm. Während der ersten Hälfte von 86 ist die Stimmung gut, die poetische Thätigkeit wächst, und die Zärtlichkeit gegen die Stein ist eher grösser als in 85.

Folgt die Abreise nach Italien. Goethes Verfahren bleibt unverständlich. Es lag zum Geheimthun kein einziger vernünftiger Grund vor, dagegen hätte sich Goethe mit Bestimmtheit sagen müssen, dass er die Stein beleidige. Wollte er sie prüfen? Das ist un­wahrscheinlich. Handelte es sich wirklich um einen Aberglauben, wie er behauptet? Das ist auch schwer zu glauben.

Sowohl die Tagebuchaufzeichnungen wie die Briefe aus Italien enthalten oft die Versicherung, dass er sich wohl befinde. Doch zeigt sich nichts Charakteristi­sches, denn die Stimmung bleibt ernst, und von Erotik ist nichts zu spüren. Auffallend ist die Empfindung einer totalen Veränderung(Ob ich gleich noch immer derselbe bin, so meyne ich biss aufs innerste Knochen­mark verändert zu seyn[2. 12.]). Auf der einen Seite preist er den Gewinn durch die Reise(ich zähle einen zweyten Geburtstag, eine wahre Wiedergeburt von

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