Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1903) Goethe ; Theil 2
Entstehung
Seite
130
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Ausführungen und Belege.

wiss noch unterliegen muss. Ich glaube es sind Hämorrhoidalumstände(‚hemeroldalumstän), denn der Schmerz ist im Unterleibe, aber Stark will nichts wissen... Der Geheimrat hat es nicht gern, wenn ich was von seiner Krankheit schreibe.(2. 7.):der Geheimrath befindet sich wieder etwas besser, aber das Uebel kommt doch immer wieder und man ist so­zusagen keinen Augenblick sicher davor.

H. Voss d. j.(Februar):Du wirst nichts von meiner Bangigkeit um Goethe geahnt haben und von seinen grossen Leiden. ‚Ich selbst, sagte er neulich, ‚wusste besser, wie es mit mir stand, als es nur ein Arzt ver­muthen konnte. Stark kam aus Jena, es war am Frei­tag[8.] Abend, der erklärte, wenn Goethe bis Sonntag früh lebte, so sei Hoffnung da... Schon in dieser Nacht hatte die Krankheit umgeschlagen, die Krämpfe hatten nachgelassen, das Fieber war sanfter ge­worden, und der Geliebte hatte über die Hälfte der Nacht. ruhig geschlafen.... Die. Nacht vom Sonnabend bis zum Sonntag wachte ich bei ihm... Als er um zwölf Uhr zum ersten Male aufwachte, fragte er mit ängstlicher Stimme: ‚hab ich auch wieder im Schlafe gesprochen?[Nein] ‚Gut, sagte er, ‚das ist wieder ein Schritt zur Besserung. Wenn ich ihm dann recht schmeichelte, so nahm er jedesmal ganz geduldig seine Medizin, aber mit innerer Ueberwindung. Nun sollte ich ihm aber auch den Leib mit scharfem Spiritus einreiben, und, wie der Arzt befohlen hatte, zweimal des Nachts. Dazu konnte ich ihn nur mit Mühe bringen... sagte er endlich ganz ruhig: ‚Nun