Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1903) Goethe ; Theil 2
Entstehung
Seite
148
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Ausführungen und Belege.

seit einiger Zeit nichts mehr Vergnügen macht, als Gedichte zu schreiben, die man nicht vorlesen kann! Das ist denn doch, wenn mans genau besieht, ein pathologischer Zustand, von dem man sich je eher je lieber befreyen soll.

An C.G. Voigt(1. 5):Ich habe zwar bisher ohne Schmerzen gelebt... allein die Gebrechen mucken doch immer hier und dort An den Herzog(7. 5.): Er habe auf mehreren Blättern seinen Zustand ge­schildert, könne sie aber nicht absenden.Unsre heimlichen Lasten, geheime Gebrechen, stillen Leiden nehmen sich auf dem Papier nicht ergötzlich aus.

An Christiane(27. 6.):Mir ist es bisher ganz wohl gegangen; aber freylich, dass ich wünschen müsste, das ganze Jahr in Carlsbad zu seyn. Denn gerade der mässige Gebrauch des Wassers, wie ich mich dessen jetzt bediene, ist das rechte. Ich nehme auch noch ein paar Becher Sprudel Abends und be­finde mich vortrefflich dabey. Es zeigt sich keine Spur von Krampf, woran ich in Jena noch unendlich gelitten habe, ohne Jemanden etwas zu sagen, weil es nicht unerträglich war...

An dies.(3. 7.):Von Äugelchen hat sich noch gar nichts gefunden. An den Herzog(22. 7.):Leider hat sich nach langem Gutbefinden wieder ein alter Anfall gemeldet. An Christiane(22. 7.):Ich habe mich seit der Zeit nicht so gut wie im Anfang aufgeführt und bin von einigen Übeln angegriffen worden... nun ist alles wieder in Ordnung und ich befinde mich recht schön.