Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1903) Goethe ; Theil 2
Entstehung
Seite
156
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Ausführungen und Belege,

ganzen Reise viele Versicherungen des Wohlbefindens, Lob der Wiesbadener Bäder und des Schwalbacher Wassers,*) desHimmelstrankes.

An Knebel(9. 11.): Betont, dass er durch die Reise Duldsamkeit und Heiterkeit gewonnen habe. An Riemer(Mitte November):Hafis hat sich auch wieder gemeldet. An Zelter(27. 12.):Hafis hat mich fleissig besucht.

Gespr. Erzählung von der Philippine Lade. Im August kommt Goethe, während seines Aufenthaltes in Wiesbaden, zu drei Mädchen in ein Zimmer:es war da eine Stimme die mich anzog. Er fragt, ob sie singen, und die Lade sagt nein.Das ist die Stimme! Er fragt, ob sie Goethes Werke kenne. Nein, sie ziehe Schiller vor. Nun lässt er sie aus der Braut von Messina declamiren, corrigirt ihre Bewegungen u.s. w.An dem Tage musste Frl. Lade stets an Goethes Seitebleiben und bei Tische neben ihm sitzen. Täglich fuhr er mit ihr spazieren und nahm sie mit ins Theater. Er lässt sich von dem Backfisch viel gefallen. Einmal meint sie, eins könne er doch nicht, und läuft rasch bergan. Goethe läuft nach und stürzt hin. Allgemeines Aufsehen, Thränen des Mädchens, Goethe lacht. Vater Lade musste versprechen, mit der Tochter nach Weimar zu kommen.

Bm. Mit 1814 beginnt ein neuer Zustand der Erregung: Hafis-Lieder und erotische Empfänglichkeit.

*) Kohlensäurehaltiges Eisenwasser.