hatte. Am 11. 10.:„Goethe war zwar herzlich und mittheilend, jedoch innerlich gedrückt, sichtbar leidend. Seine ganze Haltung gab mir den Begriff eines unbefriedigten Strebens, einer gewissen inneren Desperation.“ Gelegentlich machte Goethe bittere Aeusserungen, so sprach er„von dem Abgrund der jenaischen Professorengemeinheit“.
c) Ueber die Krankheit im November.
Am 5. 11. reist Frau Szymanowska ab, Goethe umarmt sie und bricht dabei in Thränen aus. Am 6. 11.:„Goethe war in der Nacht erkrankt, heftigster Husten und Brustfieber hatten sich eingestellt.“„Seine entsetzliche Ungeduld und Weichlichkeit beim Hustenanfall.“ Am 11. 11.: Kleine Abendgesellschaft bei Goethe, der seit längerer Zeit wieder leidend ist. Seine Füsse hatte er in eine wollene Decke gewickelt.
Am 14. 11. findet Eckermann Goethe im Lehnstuhle, von himmlischer Sanftmuth.„Wenn nur der Schmerz von der Seite des Herzens weg wäre.“ Rehbein schlägt ein Pflaster vor. Goethe erzählt von Marienbad, vom nächsten Sommer, und wird heiter. Schliesslich kommt die Elegie daran. Am 16. 11. Goethe wieder im Lehnstuhle und ein wenig schwach. Wieder die Elegie,„das Product eines höchst leidenschaftlichen Zustandes.“ Goethe lässt sich ein Pflaster legen, klagt, das Uebel bessere sich nicht, seit einigen Nächten habe er gar nicht geschlafen, zum Essen habe er keine Neigung.„Der Winter geht nun so hin, ich kann nichts thun, ich kann nichts zusammenbringen,