Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1903) Goethe ; Theil 2
Entstehung
Seite
227
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Die schreckenerregende Recension.

Eichstädt heisst es:Wenn ich Ew. Wohlg. zu ant­worten bisher gezaudert, so war es nur um mich von dem Schrecken zu erholen, den Sie mir durch die Re­cension über Gall erregt haben. Gewiss hätten Sie mir solche vorher mitgetheilt, wenn Sie nur einen ge­ringen Theil der unangenehmen Empfindung, die mir solche verursacht geahndet hätten. Goethes Zorn, den er sehr mild ausdrückt, ist sehr berechtigt. Die schreckenerregende Recension ist ein gehässiges Machwerk, in dem der Recensent auf den thörichten Ackermann gestützt über Gall von oben herab ab­urtheilt. Diese boshafte Besprechung hat Eichstädt veröffentlicht, obwohl er wusste, dass Goethe in freundschaftlicher Beziehung zu Gall stand, und dass Alle, auch Gall, annehmen mussten, die Recensionen der J. A. L. Z. seien von Goethe, ihrem Protector, ge­billigt. Das musste ja Goethen am meisten kränken, dass der Anschein entstand, er lasse Gall, den er bis­her gelobt hatte, hinterrücks angreifen. Diese Erfahrung wird wohl eine von denen sein, die Goethen veran­lassten, später vondem Abgrunde der jenaischen Professoren- Gemeinheit zu sprechen. In den An­merkungen zu Goethes Briefwechsel mit Eichstädt lesen wir, dass der Geheimrath Voigt, der anfänglich von dieserGallschen Abfertigung sehr befriedigt ge­wesen sein soll, am 7. 4. 1806 über deren Aufnahme bei Goethe geschrieben hat:Bei der Unterredung mit Herrn v. Goethe hat es mir geschienen, dass er über die Gallsche Recension insofern verlegen sei, als ohne Noth mit einiger Animosität dabei verfahren, und er

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