Einleitung.
Die Stadt Brandenburg, deren Geſchichte dieſe Blätter ſchildern, iſt die Hauptſtadt derjenigen Provinz des Preußiſchen Staates, welche nach ihr den Namen» Provinz Branden— burg« führt. Sie liegt unter 54° 32 45“ noͤrdlicher Breite und unter 300 54“ ſuͤdlicher Lange, und iſt von Potsdam 5, von Berlin 9, von Wittenberg 9, von Zerbſt 9, von Magde— burg 103, von Havelberg 9 und von Rathenow 4 Preußiſche Poſtmeilen entfernt: ſie bildet mithin ziemlich den Mittelpunkt eines ungefaͤhren Kreiſes, welchen die Staͤdte Berlin, Witten berg, Zerbſt, Magdeburg und Havelberg um dieſelbe beſchreiben. Wo fie angelegt, iſt das Land geſenkt; es iſt dies eine Fort—
ſetzung jener moldenartigen, die ſich von Spandau her, von ONO. nach WSW., in faſt gerader Richtung big zum Plauer See hinzieht, und die sich bei der Hebung der Erde
und dem Zuruͤcktreten des Meeres— das nämlich gewiß einz ſtens auch dieſe Gegend bedeckte, wie unter andern der Bern stein bezeugt, welcher bei Brandenburg gefunden wird— der
Havelſtrom zu ſeinem Bett erkor und im Laufe der Zeit noch mehr aushoͤhlte.
Das Erdreich, auf welchem die Stadt ruhet, und von welchem ſie zunaͤchſt umgeben iſt, traͤgt im Allgemeinen den Cha— rakter des Bodens der Mark uͤberhaupt. Er beſteht vornaͤmlich aus jenem klein gebroͤckelten, oft bis zum feinſten Mehle zermalm— ten Granite, welchen die Natur, wie es ſcheint, nicht hat zu Felſen kryſtalliſiren koͤnnen, und den fie nun in uͤberreichem Maße über die Fluren geſtreuet hat. Wegen feiner Leichtigkeit und ſeines zu geringen Zuſammenhaltes bewahrt er nicht genug die zum froͤhlichen Gedeihen der meiſten Gewaͤchſe nothwendige Feuchtig—