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Geschichte der Kur- und Hauptstadt Brandenburg von den frühesten bis auf die neuesten Zeiten : Mit Benutzung des Stadt- und Stiftsarchives und anderer gedruckter und ungedruckter Urkunden / Von M. W. Heffter, Königl. Professor und Prorector am Gymnasio zu Brandenburg ...
Entstehung
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viert e Periode.

Von der Vereinigung beider Städte Brandenburg unter einen Magiſtrat bis auf die Gegenwart oder

von 12715 bis 1832.

Wir hatten ſchon oben(S. 180 f.) Gelegenheit zu bemer ken, daß dem Aufbluͤhen unſerer Stadt von Anfang an das ein großes Hinderniß geweſen ſei, daß die Alt- und Neuſtadt ge trennt war in politiſcher Hinſicht. Hervorgerufen und anfaͤng lich bedingt war dieſe Scheidung durch die nicht gleichzeitige Anlage beider und durch die Naturgrenze, die Havel, welche zwiſchen ihnen hindurchfließt und nicht ſogleich durch Damme und Brücken uͤbergaͤnglich gemacht werden konnte. Es waren daraus eine große Menge von Mißverhaͤltniſſen erwachſen: Eifer ſucht, ein kleinlicher Neid, oͤftere Reibungen, Grenzſtreitigkeiten, Prozeſſe, wie wir im Vorhergehenden erſehen haben. Die Hand­habung der Polizei und des Rechts ward nicht ſelten erſchwert oder gar vereitelt. Koſtſpielig war die Unterhaltung eines dop pelten Magiſtrates und jetzt, nach den Schwedenkriegen, doppelt laͤſtig, wo die Caſſen erſchoͤpft, der ſtaͤdtiſche Haushalt in Un ordnung. Das druͤckte eben ſowohl die Neuſtadt als die Alt ſtadt. Daher ſo viele und häufige Beſchwerden der Buͤrgerſchaft gegen die Magiſtraͤte. Namentlich hatte jetzt die erſtere wieder aus beiden Städten weitlaͤuftige gravamina eingereicht. Kein Mittel zur Abhuͤlfe aller dieſer uͤbelſtaͤnde lag naͤher als eine Vereinigung der beiden Magiſtraͤte. Manche Rathsmitglieder mochten das begriffen, auch wohl die landesherrlichen Com miſſionen, die ſo oft das ſtaͤdtiſche Gemeinweſen unterſucht hat­